Bahn-Europameisterschaft 2017 Velodrom Berlin, 19. - 22. Oktober

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Vogel und Levy sorgen für deutsches Finale furioso

Berlin, 22. Oktober. Mit der Deutschland-Fahne in der Hand lagen sich Kristina Vogel und Altstar Maximilian Levy in den Armen und feierten auf dem Berliner Holzoval ausgelassen ein Finale furioso bei der EM.

Vogel raste mit einer weiteren Gala-Vorstellung zum Titel bei den Bahnrad-Europameisterschaften in der Königsdisziplin Sprint, nachdem Minuten zuvor Levy im Keirin triumphiert hatte. Es waren die krönenden Schlusspunkte einer überaus erfolgreichen EM für die deutsche Mannschaft, die mit insgesamt zwölf Podestplätzen, davon fünf goldenen Plaketten, auch den ersten Platz im Medaillenspiegel belegte.

Der große Star war aber zweifelsohne Vogel, die nur 20 Stunden nach ihrem Sieg im Keirin-Wettbewerb auch den Sprint gewann. «Ich bin in meinen goldenen Jahren. Der Druck war schon sehr groß, aber ich habe versucht, das als Chance zu nutzen. Es hat ganz gut geklappt», sagte Vogel, die seit Jahren den Sprintbereich bei den Frauen dominiert. Zwei Olympiasiege, neun Weltmeister-Titel und nun vier EM-Triumphe hat sie bereits eingefahren. Hungrig nach Erfolgen ist sie aber nach wie vor. «Ich will die beste Bahnradsportlerin der Geschichte werden», lautet stets ihr Credo.

In Berlin war sie es auf jeden Fall. Mit spielerischer Leichtigkeit hatte sie im Sprint von der Qualifikation bis zum Finale gegen die Französin Mathilde Gros den Wettbewerb dominiert. Und das nach einer kurzen Nacht, nachdem sie am Samstagabend im Keirin triumphiert und anschließend mit dem Dreizack von einem als Teufel verkleideten Radsport-Fan über das Holzoval gefahren war. Dazu hatte sie noch Silber im Teamsprint zum Auftakt gewonnen.

Der Erfolg Levys fiel da schon überraschender aus. «Dieser Titel steht emotional ganz oben», sagte der Ex-Weltmeister. «2013 begann für mich eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen. Dass die ausgerechnet hier endet, ist unglaublich. Endlich hat sich alles ausgezahlt», fügte der gebürtige Berliner hinzu.

Die erst 19-jährige Pauline Grabosch muss dagegen noch auf ihren großen Tag warten, auch wenn sie sich in den Tagen von Berlin in die Weltspitze katapultiert hat. Im 500-Meter-Zeitfahren holte sie Silber hinter Miriam Welte, im Sprint reichte es zu einem beachtlichen vierten Platz. Nach dem ersten Halbfinale war sogar das Traumfinale gegen Vogel greifbar, doch dann ging der Schülerin die Luft aus. «Ich werde von Wettkampf zu Wettkampf stärker, es geht immer mehr ein Schritt vorwärts. Auch wenn man jung ist, darf man die Älteren jagen», sagte Grabosch.

Nicht nur wegen der drei Medaillengaranten Vogel, Welte und Grabosch kann BDR-Sportdirektor Patrick Moster «gut schlafen». Die vorsichtig formulierte Zielvorgabe von vier bis sieben Medaillen wurde deutlich übertroffen. «Wir haben erneut bewiesen, dass wir zu den besten Nationen europaweit und damit auch in der Welt gehören», sagte Moster.

Das lag auch an den deutschen Sprintern, insbesondere an Levy. Zusammen mit Joachim Eilers (Chemnitz) und Robert Förstemann (Berlin) hatte der 30-Jährige noch Silber im Teamsprint geholt. Eilers, nach gesundheitlichen Problemen noch längst nicht in Bestform, fuhr außerdem auf den zweiten Platz im 1000-Meter-Zeitfahren.

Auch im Ausdauerbereich ist ein Aufwärtstrend erkennbar. Nach Platz vier in der Mannschaftsverfolgung fuhr Domenic Weinstein (Villingen) auf den dritten Platz in der Einerverfolgung. Ebenfalls Bronze holte Maximilian Beyer im Punktefahren. Im Steher-Wettbewerb war der Sieg des Cottbusers Franz Schiewer aufgrund der deutschen Dominanz fast schon erwartungsgemäß.

Vogel und Levy sorgen für deutsches Finale furioso

Berlin, 21. Oktober. Angeführt von Sprint-Queen Kristina Vogel hat die deutsche Mannschaft am dritten Tag der Bahnrad-EM reichlich Edelmetall eingefahren. Vogel siegte im Keirin, dazu gab es Silber für Joachim Eilers und jeweils Bronze für Domenic Weinstein und Maximilian Beyer.

Kristina Vogel ist unter dem großen Jubel der Berliner Fans beim Bahn-Heimspiel souverän zum Europameistertitel im Keirin gerast und hat damit aus deutscher Sicht für den Höhepunkt am erfolgreichen dritten Tag gesorgt. Denn zuvor hatte es am Samstag bereits nahezu in jedem Rennen Edelmetall gegeben: Silber für Joachim Eilers (Chemnitz) im 1000-Meter-Zeitfahren sowie jeweils Bronze für Maximilian Beyer (Irschenberg) im Punktefahren und Domenic Weinstein (Villingen) in der 4000-Meter-Einerverfolgung.

Überstrahlt wurde aber alles von Sprint-Queen Vogel - mal wieder. Die 26 Jahre alte Ausnahmefahrerin war von der ersten Runde bis zum Finale eine Klasse für sich und holte sich zum zweiten Mal nach 2014 den EM-Titel im Keirin. Für die ehrgeizige Erfurterin kam der Erfolg einer Erleichterung gleich, nachdem sie mit Miriam Welte zum Auftakt den Titel im Teamsprint verpasst hatte.

"Plan erfüllt, ich habe meine Goldmedaille. Es lastete schon großer Druck auf meinen Schultern", sagte Vogel und ergänzte mit Blick auf den 500-Meter-Triumph von Teamkollegin Miriam Welte am Vortag: "Nachdem Miri gestern vor dem Einschlafen ihr Europameister-Trikot aufgehangen hat, war ich schon etwas neidisch. Jetzt hat es auch bei mir geklappt." Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) kann die Titelkämpfe damit bereits vor dem letzten Wettkampftag am Sonntag als vollen Erfolg verbuchen. Mit acht Medaillen, davon zwei goldenen, ist die Zielvorgabe von vier bis sieben Podestplätzen schon jetzt übertroffen worden.

Und es fehlte nicht viel, dann hätte auch Eilers im 1000-Meter-Zeitfahren den Titel gewonnen. Nur 33 Tausendstelsekunden fehlten dem Chemnitzer bei einer Zeit von 1:00,733 Minuten auf den niederländischen Sieger Jeffrey Hoogland. "Das sind nur ein paar Zentimeter, das ist verdammt bitter", sagte Eilers und ergänzte: "Das ist jetzt meine dritte Silbermedaille in dieser Disziplin. Ich habe noch eine Rechnung offen." Aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme im Vorfeld sei er aber noch ein Stück von seiner Bestform entfernt.

Nicht ganz zufrieden war auch Weinstein trotz des dritten Platzes in der Einerverfolgung. "Ich wollte eigentlich ganz oben stehen. Mit der Zeit im kleinen Finale bin ich zufrieden, in der Qualifikation habe ich mich verpokert", sagte Weinstein mit Blick auf die zu kleine Übersetzung. Den Bronzelauf entschied der 23-Jährige dann aber souverän in 4:15,405 Minuten gegen den Russen Alexander Jewtuschenko (4:17,405) für sich. Gold ging an den Italiener Filippo Ganna, der in 4:15,994 Minuten den Portugiesen Ivo Oliveira (4:18,991) klar besiegte.

Spannend war die Entscheidung im Punktefahren. Erst mit dem letzten Sprint sicherte sich Maximilian Beyer Rang drei. Mit 34 Punkten musste er sich nur dem polnischen Sieger Alan Banaszek (49) und dem Dänen Niklas Larsen (45) geschlagen geben. "Nach meiner Unaufmerksamkeit im Ausscheidungsfahren habe ich meinen ganzen Frust rausgelassen", sagte Beyer. Der gebürtige Berliner Andreas Müller, der für den österreichischen Verband startet, belegte mit 29 Zählern Rang vier.

Der dritte Tag wurde allerdings erneut von Stürzen deutscher Fahrerinnen überschattet. Romy Kasper (Forst) kam im Scratch zu Fall und erlitt Verletzungen an der linken Seite. Sie wurde zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Dazu stürzte Gudrun Stock im Omnium. Die Münchnerin, die aussichtsreich im Rennen gelegen hatte, fuhr weiter. Die Medaillenchance hatte sie aber eingebüßt, es langte zu Platz sechs. Der Sieg ging an die Britin Katie Archibald. Schon am ersten Tag war der deutsche Frauen-Vierer schwer gestürzt. Dabei hatte Lisa Brennauer einen Oberarm-Kopfbruch erlitten, wie eine weitere Diagnose ergab.

Foto: Arne Mill

EM 3. Tag: Angeführt von Sprint-Queen Kristina Vogel reichlich Edelmetall für Gastgeber

Berlin, 21. Oktober. Angeführt von Sprint-Queen Kristina Vogel hat die deutsche Mannschaft am dritten Tag der Bahnrad-EM reichlich Edelmetall eingefahren. Vogel siegte im Keirin, dazu gab es Silber für Joachim Eilers und jeweils Bronze für Domenic Weinstein und Maximilian Beyer.

Kristina Vogel ist unter dem großen Jubel der Berliner Fans beim Bahn-Heimspiel souverän zum Europameistertitel im Keirin gerast und hat damit aus deutscher Sicht für den Höhepunkt am erfolgreichen dritten Tag gesorgt. Denn zuvor hatte es am Samstag bereits nahezu in jedem Rennen Edelmetall gegeben: Silber für Joachim Eilers (Chemnitz) im 1000-Meter-Zeitfahren sowie jeweils Bronze für Maximilian Beyer (Irschenberg) im Punktefahren und Domenic Weinstein (Villingen) in der 4000-Meter-Einerverfolgung.

Überstrahlt wurde aber alles von Sprint-Queen Vogel - mal wieder. Die 26 Jahre alte Ausnahmefahrerin war von der ersten Runde bis zum Finale eine Klasse für sich und holte sich zum zweiten Mal nach 2014 den EM-Titel im Keirin. Für die ehrgeizige Erfurterin kam der Erfolg einer Erleichterung gleich, nachdem sie mit Miriam Welte zum Auftakt den Titel im Teamsprint verpasst hatte.

"Plan erfüllt, ich habe meine Goldmedaille. Es lastete schon großer Druck auf meinen Schultern", sagte Vogel und ergänzte mit Blick auf den 500-Meter-Triumph von Teamkollegin Miriam Welte am Vortag: "Nachdem Miri gestern vor dem Einschlafen ihr Europameister-Trikot aufgehangen hat, war ich schon etwas neidisch. Jetzt hat es auch bei mir geklappt." Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) kann die Titelkämpfe damit bereits vor dem letzten Wettkampftag am Sonntag als vollen Erfolg verbuchen. Mit acht Medaillen, davon zwei goldenen, ist die Zielvorgabe von vier bis sieben Podestplätzen schon jetzt übertroffen worden.

Und es fehlte nicht viel, dann hätte auch Eilers im 1000-Meter-Zeitfahren den Titel gewonnen. Nur 33 Tausendstelsekunden fehlten dem Chemnitzer bei einer Zeit von 1:00,733 Minuten auf den niederländischen Sieger Jeffrey Hoogland. "Das sind nur ein paar Zentimeter, das ist verdammt bitter", sagte Eilers und ergänzte: "Das ist jetzt meine dritte Silbermedaille in dieser Disziplin. Ich habe noch eine Rechnung offen." Aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme im Vorfeld sei er aber noch ein Stück von seiner Bestform entfernt.

Nicht ganz zufrieden war auch Weinstein trotz des dritten Platzes in der Einerverfolgung. "Ich wollte eigentlich ganz oben stehen. Mit der Zeit im kleinen Finale bin ich zufrieden, in der Qualifikation habe ich mich verpokert", sagte Weinstein mit Blick auf die zu kleine Übersetzung. Den Bronzelauf entschied der 23-Jährige dann aber souverän in 4:15,405 Minuten gegen den Russen Alexander Jewtuschenko (4:17,405) für sich. Gold ging an den Italiener Filippo Ganna, der in 4:15,994 Minuten den Portugiesen Ivo Oliveira (4:18,991) klar besiegte.

Spannend war die Entscheidung im Punktefahren. Erst mit dem letzten Sprint sicherte sich Maximilian Beyer Rang drei. Mit 34 Punkten musste er sich nur dem polnischen Sieger Alan Banaszek (49) und dem Dänen Niklas Larsen (45) geschlagen geben. "Nach meiner Unaufmerksamkeit im Ausscheidungsfahren habe ich meinen ganzen Frust rausgelassen", sagte Beyer. Der gebürtige Berliner Andreas Müller, der für den österreichischen Verband startet, belegte mit 29 Zählern Rang vier.

Der dritte Tag wurde allerdings erneut von Stürzen deutscher Fahrerinnen überschattet. Romy Kasper (Forst) kam im Scratch zu Fall und erlitt Verletzungen an der linken Seite. Sie wurde zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Dazu stürzte Gudrun Stock im Omnium. Die Münchnerin, die aussichtsreich im Rennen gelegen hatte, fuhr weiter. Die Medaillenchance hatte sie aber eingebüßt, es langte zu Platz sechs. Der Sieg ging an die Britin Katie Archibald. Schon am ersten Tag war der deutsche Frauen-Vierer schwer gestürzt. Dabei hatte Lisa Brennauer einen Oberarm-Kopfbruch erlitten, wie eine weitere Diagnose ergab.

Foto: Arne Mill

Bahn-EM: Lisa Brennauer mit Armbuch

Berlin, 21. Oktober. Bei weiteren Untersuchungen von Lisa Brennauer ist ein Oberarm-Kopfbruch links disagnostiziert worden. Die 29-Jährige aus Durach war am Donnerstag in der Mannschaftsverfolgung der Frauen zusammen mit Lisa Klein (Erfurt) und Charlotte Becker (Berlin) in einen Sturz verwickelt. Zunächst wurden eine Verletzung am Jochbein, Prellungen, Abschürfungen und Verbrennungen festgestellt.

Dr. Matthias Baumann, Mannschaftsarzt vom Bund Deutscher Radfahrer: „Der Bruch ist nicht verschoben und wird konventionell behandelt. Ich gehe von mindestens sechs Wochen Pause aus. Ein Start beim Weltcup-Auftakt Anfang November in Pruszkow kommt nicht infrage.“

Brennauer, 2014 Weltmeisterin im Zeitfahren auf der Straße, war in Berlin nach vier Jahren Pause auf die Bahn zurückgekehrt und hatte die Mannschaft in der Qualifikation zu einem neuen deutschen Rekord geführt.

Foto: Arne Mill

Welte und Grabosch sorgen für deutschen Doppel-Sieg

Berlin, 20. Oktober. Da ist das erste EM-Gold von Berlin: Olympiasiegerin und Weltmeisterin Miriam Welte siegte im 500-Meter-Zeitfahren. Damit nicht genug: Mit Pauline Grabosch als Zweiter gab es einen deutschen Doppelsieg.

Miriam Welte schaute mit bangem Blick auf die Anzeigetafel, dann stieß sie einen Schrei der Erleichterung aus und machte einige Freudensprünge im Innenraum. Mit einem Tag Verspätung hat sich die Teamsprint-Olympiasiegerin von London doch noch zur Europameisterin gekrönt. Die 30-jährige holte sich am Freitag bei der EM im Berliner Velodrom den Sieg im 500-Meter-Zeitfahren, nachdem es am Vortag nicht zum erhofften Titelgewinn im Teamsprint gereicht hatte. Teamkollegin Pauline Grabosch sorgte mit Platz zwei gar für einen deutschen Doppelsieg.

«Das ist einfach genial», sagte Welte und fügte hinzu: «Die Zeit ist megastark. So schnell bin ich noch nie auf Meeresspiegel gefahren. Ich habe allen gezeigt, dass ich die 500 Meter fahren kann.» Überglücklich war auch Grabosch: «Vor fünf Jahren habe ich noch in der Schule einen Vortrag über Miriam gehalten, jetzt stehe ich mit ihr auf dem Podest.» Für das deutsche Team war es am zweiten Wettkampftag der erste EM-Titel, nachdem am Donnerstag im Teamsprint der Männer und Frauen zwei Silbermedaillen herausgesprungen waren. Insbesondere bei Welte und Kristina Vogel hatte der zweite Platz nicht gerade große Freude ausgelöst, schließlich war der Sieg das erklärte Ziel. Den holte Welte nun nach.
 
«Ich war gestern schon sehr traurig. Das hat mir heute vielleicht ein bisschen geholfen. Ich bin super happy», sagte Welte. Bundestrainer Detlef Uibel meinte: «Sicher hat sie das gestern gewurmt. Das war ein optimaler Lauf.» Als drittletzte Starterin war sie auf die Bahn gegangen, doch an ihre Zeit von 33,321 Sekunden kamen weder Grabosch (33,559) noch die drittplatzierte Russin Daria Schmelewa (33,757) heran. «Es war die Hölle. Ich habe gehofft und gebangt und gezittert», sagte Welte mit Blick auf die minutenlange Warterei.

Für Welte schloss sich indes der Kreis. Ein EM-Titel hatte der Pfälzerin in ihrer beachtlichen Sammlung noch gefehlt. Bei der WM war ihr dieser Triumph bereits 2014 im kolumbianischen Cali geglückt, nur bei den kontinentalen Titelkämpfen wollte es nicht so recht klappen. In Grabosch hat Welte nun aber eine starke Konkurrentin im eigenen Lager. Die 19 Jahre alte Teamkollegin hat sich beachtlich schnell in der Weltspitze etabliert. Das bewies die einstige Junioren-Weltmeisterin erneut. Wie im Vorjahr fuhr sie bei der EM auf Platz zwei.

Für die deutschen Verfolgerinnen war die 3000-Meter-Einerverfolgung bereits nach der Qualifikation beendet. Die deutsche Rekordhalterin Gudrun Stock aus München standen 3:37,795 Sekunden auf der Uhr – das war Platz sechs. Lisa Klein aus Erfurt belegte in 3:39,688 Minuten den achten Platz. Stock hatte in der Vorbereitung mit einem krankheitsbedingten Trainingsunfall zu kämpfen. „Ich hatte mich eigentlich nicht schlecht gefühlt, bin aber viel zu schnell angegangen und habe das richtige Tempo für die Finalläufe leider nicht getroffen“, sagte Stock. Die deutsche Meisterin startet am Sonnabend noch im Omnium. Klein hatte mit den Nachwirkungen des schweren Sturzes am Donnerstag in der Mannschaftsverfolgung zu kämpfen. „Es hat sich schon bemerkbar gemacht. Mein rechtes Bein ist im Kniebereich doch arg geprellt“, sagte die deutsche Straßen-Meisterin, „trotzdem ist das Ergebnis schon enttäuschend.“ Nach ihrer Rückkehr auf die Bahn startet die 21-Jährige beim Weltcup in Pruszkow (Polen). Ob sie auch bei der WM in Apeldoorn dabei ist, ist derzeit unklar. „Ich würde schon gern fahren, wir haben eine coole Truppe und es hat viel Spaß gemacht, andererseits liegt mein Fokus auf der Straße auf den Frühjahrs-Klassikers“, sagte Klein, für die die EM beendet ist. Den Titel sicherte sich die Britin Katie Archibald (3:29,328).

Im Punktefahren der Frauen siegte überlegen die Dänin Trine Schmidt. Die Berlinerin Charlotte Becker belegte einen guten sechsten Platz. Im Ausscheidungsfahren der Männer siegte der Belgier Gerben Thijssen. Maximilian Beyer aus Berlin belegte Platz 13. Im Omnium der Männer siegte wie im Vorjahr der Spanier Albert Torres Barcelo. Lucas Liss aus Unna wurde 18. Im Sprint siegte der Qualifikationsschnelleste Sebastian Vigier aus Frankreich. Maximilian Levy aus Cottbus wurde Achter. Der 30-Jährige hat am Sonntag noch eine Medaillenchance im Keirin.

Fotos: Arne Mill

Halbzeit bei der Bahnradsport-Europameisterschaft

Berlin, 20. Oktober.  Halbzeit bei der Bahnradsport-Europameisterschaft im Berliner Velodrom. Zwölf Entscheidungen liegen hinter den Aktiven, elf folgen an den nächsten beiden Tagen, gleich sieben (!) davon am Sonnabend:

im Punktefahren Männer, Scratch Frauen, Zeitfahren Männer, Einerverfolgung Männer, Omnium Frauen, Keirin Frauen und zum Abschluss bei den Stehern. Deutsche Hoffnungen liegen im Zeitfahren mit Ex-Weltmeister Joachim Eilers (Chemnitz), dem Vorjahreszweiten Eric Engler (Cottbus), in der Einerverfolgung mit dem deutschen Rekordhalter Domenic Weinstein (Villingen), im Keirin mit Olympiasiegerin und Weltmeisterin Kristina Vogel (Erfurt) sowie bei den Stehern mit Stefan Schäfer.

Der Cottbuser war einziger deutscher Titelträger bei der EM 2016 in Paris. Der Tag beginnt um 14 Uhr mit den Qualifikations-Rennen, die Abendveranstaltung startet um 18 Uhr und endet gegen 22.45 Uhr. Eurosport2 überträgt live ab 18.30 Uhr, Kommentator ist Ron Ringguth, als Experte ist der Berliner Ex-Rennfahrer Robert Bengsch am Mikrofon.

 

EM 1. Tag: Deutschland holt zum Auftakt zwei EM-Medaillen

Berlin, 19. Oktober.  Zwei Silbermedaillen gab es zum Auftakt der Bahn-Europameisterschaften im Berliner Velodrom. Sowohl im Teamsprint der Frauen als auch im Teamsprint der Männer holten die BDR-Mannschaften vor 1600 Zuschauern die Silbermedaille.

Miriam Welte (Kaiserslautern) und Kristina Vogel (Erfurt) unterlagen im Finale in 32,807 Sekunden den Weltmeisterinnen Daria Shmeleva und Anastasia Voinova aus Russland (32,560). Im ersten Lauf hatte Bundestrainer Detlef Uibel Pauline Grabosch eingesetzt, die Erfurterin durfte sich damit ebenfalls über Silber freuen. „Pauline und Miriam sind eine erste gute Runde gefahren. Bei hat es leider ein bisschen gehakt. Die Russinnen waren aber auch sehr, sehr schnell“, sagte Vogel, die mit Welte schon Olympia-Gold und dreimal WM-Gold im Teamsprint gewonnen hatte. „Das ist ein Super-Auftakt für mich bei der Heim-EM“, freute sich Grabosch. Welte konnte sich dagegen nicht über Silber freuen: „Wir wollten Gold, deshalb ist es etwas traurig. Kristina konnte leider bei mir nicht am Hinterrad bleiben.“

Im Teamsprint der Männer siegte Frankreich vor dem deutschen Trio mit Robert Förstemann (Berlin), Maximilian Levy (Cottbus) und Joachim Eilers (Chemnitz). „Ich denke, wir können mit Silber sehr zufrieden sein“, sagte Levy. Robert Förstemann sagte: „Nach der verkackten WM in Hongkong hatte ich enorm zu kämpfen, insofern bin ich mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Das war ein guter Auftakt in die
Wintersaison“, sagte Förstemann.

Von großem Pech verfolgt war der deutsche Frauen-Vierer am ersten Finaltag. Nach dem deutschen Rekord am Vortag in der Qualifikation stürzte das Quartett mit Gudrun Stock (München), Lisa Brennauer (Durach), Lisa Klein (Erfurt) und Charlotte Becker (Berlin). Nach Problemen beim Wechsel kamen drei Fahrerinnen zu Fall. Während Klein und Becker vergleichsweise mit kleineren Blessuren an Hüfte, Ellenbogen und Schulter davon kamen, erlitt Bahn-Rückkehrerin Brennauer schwere Prellungen am Jochbein, Abschürfungen und Verbrennungen. „Lisa hat jetzt ein total schlechtes Gewissen – muss sie aber nicht haben“, sagte Becker über Brennauer, die die Kettenreaktion auslöste. Brennauer kehrte am Abend in die Halle zurück: „Mir geht’s gut, so schnell bin ich nicht unterzukriegen“, sagte die Allgäuerin, die am Bein mit zwei Stichen genäht wurde. Beim Weltcup-Auftakt am ersten November-Wochenende in Pruszkow (Polen) will die 29-Jährige wieder auf dem Rad sitzen. Europameister wurde Italien mit Mega-Talent Letizia Paternoster vor Großbritannien und Polen.

In der Mannschaftsverfolgung der Männer belegte Deutschland mit Felix Groß (Leipzig), Theo Reinhardt (Berlin), Nils Schomber (Grevenbroich) und Domenic Weinstein (Villingen) in 3:58,435 Minuten den undankbaren vierten Platz. In den Vorläufen gehörte auch Kersten Thiele (Erfurt) zur Mannschaft. Im kleinen Finale unterlag das BDR-Flaggschiff gegen Russland. Europameister wurde wie im Vorjahr Frankreich gegen Italien. „Ich hatte nicht mit diesem Ergebnis gerechnet. Natürlich ist der vierte Platz immer etwas ärgerlich, aber es waren eben zwei, drei Nationen besser“, sagte Theo Reinhardt. „Andererseits sind wir noch nicht so oft schneller gefahren. Das Ergebnis geht also absolut in Ordnung, darauf können wir aufbauen“, so der Berliner, der am Sonntag noch im Madison startet.

Im Ausscheidungsfahren der Frauen verteidigte Kirsten Wild aus den Niederlanden erfolgreich ihren Titel aus Paris 2016. Romy Kasper aus Forst belegte bei ihrem EM-Debüt einen guten siebten Platz. „Ich hatte keine großen Erwartungen. Ich war im entscheidenden Moment kurz aufmerksam“, sagte Kasper. Im Scratch-Rennen der Männer ging der Titel an den Franzosen Adrien Garel.

Lucas Liss, Weltmeister von 2015 und Vize-Weltmeister von 2017, konnte nach Problemen mit dem Nacken und einer eingeschränkten Vorbereitung nicht in die Entscheidung eingreifen und belegte Platz 15. „Natürlich hatte ich mir als Ex-Weltmeister etwas mehr erhofft, gerade vor eigenem Publikum. Mein Motto war aber wieder: Alles oder nichts. Und diesmal war es nichts“, sagte der Rennfahrer aus Unna.

Foto: Arne Mill

Deutscher Frauen-Vierer stürzt in der ersten Runde

Berlin, 19. Oktober.  Von großem Pech verfolgt war der deutsche Frauen-Vierer am ersten Finaltag der Bahn-Europameisterschaften im Berliner Velodrom. Nach dem deutschen Rekord am Vortag in der Qualifikation stürzte das Quartett mit Gudrun Stock (München), Lisa Brennauer (Durach), Lisa Klein (Erfurt) und Charlotte Becker (Berlin).

Nach Problemen beim Wechsel kamen drei Fahrerinnen zu Fall. Während Klein und Becker vergleichsweise mit kleineren Blessuren an Hüfte, Ellenbogen und Schulter davon kamen, erlitt Bahn-Rückkehrerin Brennauer schwere Prellungen am Jochbein, Abschürfungen und Verbrennungen. „Lisa hat jetzt ein total schlechtes Gewissen – muss sie aber nicht haben“, sagte Becker über Brennauer, die die Kettenreaktion auslöste.

Foto: Arne Mill

"Nach fünf Minuten war alles so wie früher" - Lisa Brennauer ist auf die Bahn zurückgekehrt - Platz drei in der Qualifikation

Berlin, 19. Oktober. Die Rückkehr auf die Bahn hat sich schon gelohnt: In 4:25,355 Minuten führte Lisa Brennauer (Durach) zum Auftakt der Bahnradsport-Europameisterschaften im Berliner Velodrom in der Qualifikation der Mannschaftsverfolgung der Frauen auf Platz drei.

Brennauer verbesserte zusammen mit Charlotte Becker (Berlin), Lisa Klein (Erfurt) und Gudrun Stock (München) den drei Jahre alten deutschen Rekord um mehr als vier Sekunden. Deutschland trifft am Donnerstag in der ersten Runde auf Großbritannien (4:21,219), der Sieger fährt um Gold. Die Bestzeit in der Qualifikation fuhr Titelverteidiger Italien in 4:20,636 Minuten.

„Der Lauf hat sich schon sehr gut angefühlt. Wenn man bedenkt, dass wir hier tatsächlich zum ersten Mal zusammen gefahren sind, ist die Zeit sehr gut“, sagte Brennauer. Gudrun Stock hatte in der Schlussphase der Vorbereitung gesundheitliche Probleme, so dass der Quali-Lauf in Berlin gleichzeitig die Premiere für das Quartett war. „Wir hatten uns nach den Vorleistungen auf diese Zeit orientiert, das hat gut funktioniert“, freute sich Brennauer.

2012 gehörte Brennauer bei den Olympischen Spielen in London zur deutschen Verfolgerinnen-Mannschaft, die damals noch aus drei Fahrerinnen bestand (Platz 8). 2013 bei der Bahn-Weltmeisterschaft in Minsk (Weißrussland) belegte Brennauer Platz sechs mit der Mannschaft und Rang sieben im Bahn-Mehrkampf Omnium. Danach konzentrierte sich die 29-Jährige auf die Straße, gewann 2014 bei der WM in Spanien Gold im Zeitfahren und Mannschaftszeitfahren sowie Silber im Straßenrennen.

Jetzt also die Rückkehr. „Ich konnte zuletzt nicht mehr an meine ganz großen Erfolge auf der Straße anknüpfen und habe mich reflektiert. Ich möchte einen neuen Reiz setzen. Ich hoffe, dass sich Straße und Bahn gut ergänzen“, sagte die Allgäuerin, die nach erfolgreichen Jahren beim Canyon SRAM-Team ab 2018 für das britische Team Wiggle Hig5 fahren wird. „Wir haben schon lange versucht, Lisa unter Vertrag zu nehmen. Sie bietet ein tolles Komplettpaket: Sie ist ein sehr netter Mensch, sehr erfahren, eine Anführerin auf und neben der Rennstrecke“, sagte ihre neue Teamchefin Rochelle Gilmore. Eine Leitfigur hatte auch Frauen-Bundestrainer André Korff gesucht, nachdem die Entwicklung im Frauen-Vierer in den vergangenen Jahren stehengeblieben war: „Lisa hebt das Niveau deutlich an, hat zudem viel Erfahrung“, sagte Korff, der lange um Brennauer geworben hatte.

Nach der Straßen-WM in Norwegen verlängerte Brennauer einfach ihre Saison und stieg wieder auf das Bahnrad um. „Ich hatte nicht mal mehr ein Bahnrad im Keller, deshalb war ich nach vier Jahren Pause schon sehr nervös vor dem ersten Training. Man muss sich schon umgewöhnen: Geschwindigkeit, Kurvendruck, starrer Gang, Abstand – aber nach fünf Minuten war wieder alles wie früher“, sagte die Allgäuerin. Möglicherweise wird die Rückkehr am Donnerstag sogar gleich mit einer EM-Medaille gekrönt. „Wir müssen uns keinen Druck machen. Wir haben in der Vorbereitung gut gearbeitet. Die Qualifikation war ein guter Anfang und gibt uns Motivation“, sagte Brennauer, für die sich die Rückkehr auf die Bahn schon jetzt gelohnt hat.

Deutsche Männer zum Auftakt Vierte – Frauen gelingt ein deutscher Rekord

Berlin, 18. Oktober. Guter Auftakt für den Bund Deutscher Radfahrer bei den Europameisterschaften im Berliner Velodrom: Das Männer-Quartett mit Felix Groß (Leipzig), Theo Reinhardt (Berlin), Domenic Weinstein (Villingen) und Kersten Thiele (Erfurt) fuhr in die Qualifikation der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung in 3:59,730 Minuten auf Platz vier.

In der Zwischenrunde am Donnerstag trifft die Mannschaft auf  Qualifikations-Sieger und Titelverteidiger Frankreich (3:58,060). „Die Quali war nicht optimal, wir hatten doch ziemliche Unruhe in unserem Lauf. Dafür bin ich mit der Zeit sehr zufrieden“, sagte Bundestrainer Sven Meyer. Theo Reinhardt ergänzte: „Es war noch nicht perfekt, aber wir haben abgerufen, was wir drauf haben.“

Bei den Frauen verbesserten Charlotte Becker (Berlin), Lisa Brennauer (Durach), Lisa Klein (Erfurt) und Gudrun Stock (München) den drei Jahre alten deutschen Rekord um mehr als vier Sekunden auf 4:25,355 Minuten und belegten damit den dritten Platz. „Der Lauf hat sich schon sehr gut angefühlt. Wenn man bedenkt, dass wir hier tatsächlich zum ersten Mal zusammen gefahren sind, ist die Zeit sehr gut“, sagte Brennauer. Die Weltmeisterin von 2014 im Zeitfahren auf der Straße ist nach vier Jahren Pause auf die Bahn zurückgekehrt. „Wir hatten uns auf diese Zeit orientiert.

Das war ein guter Anfang und gibt uns Motivation für die nächste Runde“, ergänzte Brennauer. Die Bestzeit in der Qualifikation fuhr Titelverteidiger Italien in 4:20,636 Minuten. Deutschland trifft in der ersten Runde auf Großbritannien (4:21,219).

Am Donnerstag stehen neben der Mannschaftsverfolgung bei Männern und Frauen vier weitere Wettbewerbe im Programm, bei denen EM-Medaillen vergeben werden.

Berlin ist bereit für die Bahn-Europameisterschaft

Berlin, 17. Oktober.

Am Mittwoch beginnen im Velodrom die Europameisterschaften im Bahnradsport. Rund 330 Sportler aus 29 Nationen haben für die 23 Entscheidungen an den vier Finaltagen (Donnerstag bis Sonntag) gemeldet. Deutschland ist mit 26 Aktiven am Start. Einziger Titelverteidiger ist Stefan Schäfer aus Cottbus, der im vergangenen Jahr den Steher-Wettbewerb gewann. Mit einer Pressekonferenz bei der GASAG AG wurden am Dienstag die Medien eingestimmt.

„Ich freue mich unheimlich auf die Wettbewerbe vor eigenem Publikum und bin froh, dass es jetzt endlich losgeht. Ich bin optimistisch“, sagte Kristina Vogel, die besonders im Fokus steht. Die zweimalige Olympiasiegerin und neunfache Weltmeisterin startet am Donnerstag mit dem Teamsprint in die EM – dieser Titel fehlt der Erfurterin noch in ihrer umfangreichen Sammlung. „Miriam Welte ist in der Form ihres Lebens“, schraubte Vogel die Erwartungen hoch. Welte, die in der Quali zunächst für Pauline Grabosch (Erfurt) weichen soll, bestätigte das: „Die Form ist gut“, so die Teamsprint-Olympiasiegerin von 2012.
 
Lucas Liss, 2015 Weltmeister und 2017 Vize-Weltmeister im Scratch, geht neben seiner Spezialdisziplin auch im Omnium an den Start. „Ich freue mich ebenfalls sehr auf Berlin und die Bahn. Leider lief meine Vorbereitung aufgrund von Nackenproblemen aber nicht ganz rund“, sagte der 25-Jährige aus Unna. Lisa Brennauer, 2014 Weltmeisterin im Zeitfahren auf der Straße, kehrt nach vier Jahren auf die Bahn zurück und will mit dem Vierer schnell fahren. „Wir müssen uns keinen Druck machen. Wir haben hart gearbeitet. Ich bin gespannt, zu was es reicht“, sagte Brennauer.
 
Kurzzeit-Bundestrainer Detlef UIbel gab für seinen Bereich vier Medaillen als erklärtes Ziel aus. „Da wären wir gut dabei“, so der Cottbuser. Sven Meyer, Ausdauer-Bundestrainer bei den Männern, peilt mit dem „Flaggschiff“ Vierer das kleine Finale an. Von Medaillen träumt sein Pendant bei den Frauen, André Korff nicht, hier soll aber möglichst schon in de Qualifikation am Mittwoch der deutsche Rekord (4:29,891) fallen. Für Mario Vonhof, Beauftragter für den Steher- und Derny-Sport, geht es dagegen um Gold. „Nach dem Sieg von Stefan Schäfer 2016 wollen wir den Titel verteidigen. Ich habe drei Super-Rennfahrer und alle sehen gut aus.“
 
Die GASAG AG als Partner der EM stellte für die Pressekonferenz ihre Räumlichkeiten über den Dächern von Berlin unweit des Hackeschen Marktes zur Verfügung. „Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr die Bahnrad-EM als Partner unterstützen zu können. Neben dem Velothon und den Sixdays Berlin fördern wir damit schon das dritte Radsportevent in der Fahrrad-Metropole Berlin. Als echtes Berliner Unternehmen setzen wir uns seit vielen Jahren für Berliner Sportvereine und deren Jugendarbeit ein“, sagte Matthias Trunk, Vorstandsmitglied der GASAG
 
Erstmals seit 2003 ist der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) Gastgeber für eine internationale Bahn-Meisterschaft. „Als Verband sind die Titelkämpfe in Berlin für uns eine sehr wichtige Standortbestimmung. Wir starten mit der EM nicht nur in eine neue Saison, sondern beginnen gleichzeitig einen wichtigen Zyklus mit nachfolgendem Weltcup und als Abschluss und Höhepunkt die Weltmeisterschaft 2020. Deutschland gehört traditionell zu den stärksten Nationen auf der Bahn. Diesen Ruf wollen wir verteidigen und bis zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 wieder festigen – Berlin ist dafür der Auftakt.“ Als Zielkorridor nannte er vier bis sieben Medaillen bei der EM.

330 Sportler aus 29 Nationen – Fokus auf Briten, Niederländer und Russen

Berlin, 17. Oktober. Rund 330 Sportler aus 29 Nationen haben ihre Meldung für die Bahn- Europameisterschaften in Berlin abgegeben. Berlin darf sich auf hochkarätige Wettkämpfe und starke Felder freuen, denn die Top-Nationen Großbritannien, Frankreich, Niederlande und Italien kommen fast komplett mit ihren Top-Stars ins Velodrom. Acht Olympiasieger werden am Start stehen – darunter aus Deutschland Kristina Vogel (Erfurt) und Miriam Welte (Kaiserslautern).

Gleich fünf Olympiasieger stehen im Aufgebot von Großbritannien: Katie Archibald, Elinor Barker, Philip Hindes, Callum Skinner und Steven Burke ragen aus einer starken 18-köpfigen Mannschaft heraus. Auf der anderen Seite fehlen einige britische Top-Stars. Jason Kenny hat sich nach den Olympischen Spielen in Rio eine lange Auszeit genommen. Immerhin ist jetzt klar: der sechsfache Olympiasieger macht weiter bis Tokio 2020 und kehrt am 6. Januar in Manchester im Rahmen der „Revolution-Serie“ ins Oval zurück. „Ich fühle mich gerade wie 18 und völlig neu. Rekorde haben mich nie interessiert. Ich wollte immer nur der Schnellste sein – und das kann ich immer noch“, sagte der 29-Jährige. Seine Frau Laura (Trott), viermalige Olympiasiegerin, ist seit Ende August Mutter von Sohnemann Albert Louis. Auch sie fehlt natürlich in Berlin. Sprinterin Rebecca James (Weltmeisterin 2013, Olympia-Zweite Rio 2016) oder Joanna Rowsell-Shand (Olympiasiegerin 2012, 2016 Mannschaftsverfolgung) haben dagegen in diesem Jahr ihre Karrieren beendet.

Auch ohne Kenny & Co. schicken die Briten eine starke Mannschaft. Archibald und Barker bilden voraussichtlich mit Eleanor Dickinson, Emily Kay und Manon Lloyd den Frauen-Vierer. Ollie Wood wurde jüngst Vierter bei der Straßen-WM in Bergen im U-23-Straßenrennen. Jack Carlin, Ryan Owens und Joe Truman – trainiert vom Deutschen Jan van Eijden – siegten im Juli bei der U-23-EM in Portugal. Und Katy Marchant, Olympia-Dritte im Sprint in Rio, will sicher Vogel das Leben schwer machen.  „Wir haben eine starke Mannschaft nominiert mit dem Ziel, mit einigen guten Resultaten in die Saison zu starten. Alle Fahrerinnen und Fahrer haben über die Sommermonate gut trainiert und Rennen auf Straße auf Bahn gefahren“, sagte Cheftrainer Iain Dyer.

Die niederländischen Sprinter präsentieren sich erstmals unter der Führung von Bill Huck. Der Berliner hat beim KNWU im September die Nachfolge des Erfurters Rene Wolff angetreten, der ins NOK gewechselt ist. Mit Elis Ligtlee steht die Keirin-Olympiasiegerin 2016 im Kader. Mit Jeffrey Hoogland (dreifacher Europameister 2015) und dem ehemaligen BMX-Fahrer Harrie Lavreysen (WM-Zweiter 2017 Sprint) drängen junge Fahrer nach und wollen sich vor der Heim- WM im März 2018 in Apeldoorn empfehlen
 
Im Kurzzeit-Bereich der Männer wird aber auch auf Russland zu achten sein. Neben Weltmeister Denis Dmitriev und Titelverteidiger Pavel Yakusheskiy steht Shane Perkins im Aufgebot – ein gebürtiger Australier.  Für sein Heimatland holte der 30-Jährige 2012 in London Olympia-Bronze im Sprint, war Weltmeister im Teamsprint 2012 und Weltmeister 2011 im Keirin. Nachdem Perkins die Olympischen Spiele 2016 in Rio verpasste, hat er sich dem russischen Verband angeschlossen. Kürzlich bekam er von Präsident Wladimir Putin die Staatsbürgerschaft verliehen. Und auch der UCI hat dem Wechsel jetzt zugestimmt. „Er will Gold im Keirin und Teamsprint“, kündigte sein Trainer Vladimir Khozov gegenüber der Nachrichtenagentur TASS selbstbewusst an.

Mit Spannung wird auch das Elite-Debüt von Letizia Paternoster (18) aus Italien und Mathilde Gros (17) aus Frankreich erwartet. Paternoster gewann bei der Junioren-EM im Juli in Portugal bei fünf Starts fünf Titel in den Ausdauerdisziplinen und stellte einen Junioren-Weltrekord in der Einerverfolgung auf. Ähnlich dominant war Gros, die erst kurz nach der EM in Berlin ihren 18. Geburtstag feiert, in den Kurzzeit-Wettbewerben. Gros hält zudem seit der Junioren-WM im August die Weltrekorde über 200 und 500 Meter.

„Die Europameisterschaften sind in den letzten Jahren immer besser besetzt gewesen. Wir haben die Titelkämpfe meist als Einstieg gesehen. Da sich aber der Charakter verändert hat – vom Weltverband UCI gibt es jetzt deutlich mehr Punkte – hat sich der Stellenwert deutlich erhöht. Dem tragen wir auch Rechnung“, sagte Bundestrainer Detlef Uibel. Der Cottbuser rechnet neben den genannten Nationen Großbritannien, Niederlande und Russland vor allem auch mit Fahrerinnen und Fahrern aus Ost-Europa – wie beispielsweise Keirin-Titelverteidiger Tomas Babek aus Tschechien. „Europameisterschaften haben in diesen Ländern noch einen anderen Stellenwert als bei uns“, sagte Uibel.
 
 
Fotos: Arne Mill/Frontalvision

Bahn-EM: Chemnitzer Niederlag muss auf Start verzichten

Berlin, 16. Oktober. Der Chemnitzer Max Niederlag muss auf einen Start bei den Bahnradsport-Europameisterschaften in Berlin in dieser Woche (19. bis 22. Oktober) verzichten. Der WM-Fünfte von 2017 im Sprint hat offenbar einen Virus verschleppt. Eine genauere Diagnose soll an diesem Montag nach weiteren Untersuchungen in der Berliner Charité gestellt werden.

„Max konnte sich nicht vollständig belasten, fühlt sich trotzdem aber sehr erschöpft. Wir werden ihn deshalb bei der EM nicht einsetzen“, erklärte Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel. Niederlag hatte 2016 bereits aufgrund einer Erkrankung dieOlympischen Spiele verpasst und musste vor Wettkampfbeginn aus Rio abreisen.

Für die Teamsprint-Entscheidung am Donnerstag nominierte Uibel deshalb am Montag Robert Förstemann (Berlin), Maximilian Levy (Cottbus) und Joachim Eilers (Chemnitz). Bei den Frauen, die ebenfalls am Donnerstag den Europameister ermitteln, startet der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mit der Kombination Pauline Grabosch (Erfurt) und Kristina Vogel (Erfurt). Im Turnierverlauf mit drei Runden soll auch Miriam Welte (Kaiserslautern) als Anfahrerin zum Einsatz kommen.

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Die Vorfreude ist groß

Berlin, 16. Oktober. Die Vorfreude ist groß: Erstmals seit der WM 2003 in Stuttgart findet mit den Europameisterschaften im Berliner Velodrom wieder eine internationale Meisterschaft auf der Bahn in Deutschland statt.

Vier Finaltage, 23 Entscheidungen, ein erlesenes Starterfeld mit acht Olympiasiegern und vielen Welt- und Europameistern – die kontinentalen Titelkämpfe versprechen spannenden und packenden Bahnradsport. Gleichzeitig sollen die Meisterschaften einen Vorgeschmack auf zwei weitere Höhepunkte liefern. Vom 30. November bis 2. Dezember 2018 findet im Velodrom ein Weltcup statt. Und vom 26. Februar bis 1. März 2020 – also im Olympia-Jahr - steigen die Weltmeisterschaften wie schon 1999 in Berlin.

Die deutschen Sportler wollen diese Bühne nutzen und Werbung für ihre Sportart betreiben. „Wir nehmen die Europameisterschaft im eigenen Land ernst, schließlich kommen Events von solcher Qualität nicht sehr oft in Deutschland vor“, sagte Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel. Ein besonderer Fokus dürfte auf Kristina Vogel liegen. Nach Olympiasieg (2012) und drei Weltmeister-Titeln (2012, 2013, 2014) fehlt der Erfurterin noch EM-Gold in der Disziplin Teamsprint. „Es wird schwer, die Russinnen zu schlagen – ist aber nicht unmöglich. Gold macht als Zielstellung im Hinblick auf Tokio 2020 Sinn“, sagte Uibel. Offen ist, ob Vogel mit Miriam Welte (Kaiserslautern) oder Pauline Grabosch (Erfurt) starten wird. Das Reglement lässt aber auch den Einsatz aller drei Fahrerinnen zu. Bei den Männern gehe es nach den Ergebnissen von Olympia 2016 und der WM 2017 darum, sich homogener zu präsentieren. „Wir sind überraschend ohne größeren Ausfälle durch die Vorbereitung gekommen“, so Uibel. Besonders der viermalige Weltmeister Maximilian Levy aus Cottbus habe sich nach verpasster WM im Training hochmotiviert präsentiert.

Für Ausdauer-Bundestrainer Sven Meyer ist die EM wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020. Nach Platz fünf in Rio will der deutsche Vierer dort in den Medaillenkampf eingreifen. „Wir haben im Sommer einige Sachen trainingsmethodisch  probiert und wollen das jetzt umsetzen“, sagte Meyer. „Alle Jungs haben Lust auf Berlin und wollen dort richtig schnell fahren.“ Allerdings war die Vorbereitung bei einigen Sportlern krankheitsbedingt nicht optimal. Dafür drängte sich der erst 19-jährige Felix Groß auf. „Er sieht sehr, sehr gut aus im Training. Dass er ein Mann für 2020 ist, wussten wir. Jetzt ist er wohl schon im EM-Vierer dabei“, sagte Meyer.

Bei den Frauen hofft Bundestrainer André Korff auf einen Leistungssprung durch die Rückkehr der Straßen-Profis Lisa Brennauer und Lisa Klein. Die Zeitfahr-Weltmeisterin von 2014 und die amtierende Straßen-Meisterin bilden zusammen mit Allrounderin Charlotte Becker und der deutschen Rekordhalterin Gudrun Stock ein schlagkräftiges Quartett. „Ich denke, wir werden wesentlich besser abschneiden als in den letzten Jahren“, sagte Korff. Zunächst gelte deshalb die volle Konzentration der Verfolgung gleich zum Auftakt der EM. Romy Kasper, die ebenfalls von der Straße kommt, und Lisa Küllmer vertreten die deutschen Farben im Zweier-Mannschaftsfahren, das seit 2016 ausgefahren wird und erstmals bei internationalen Meisterschaften vom BDR besetzt wird.

Den einzigen Titelverteidiger von Paris 2016 schicken die Steher mit dem Cottbuser Stefan Schäfer ins Rennen. Gold ist erneut das erklärte Ziel. „Ich bin mit dem Stand der Vorbereitung absolut zufrieden, die Form stimmt bei allen und die EM kann kommen“, sagte Mario Vonhof, Beauftragter für den Steher- und Dernysport. „Nachdem der Steher-Sport in den vergangenen Jahren etwas stiefmütterlich behandelt wurde, freuen wir uns natürlich sehr, dass wir nach Paris 2016 in Berlin zum zweiten Mal Teil der großen Europameisterschaft sind.“ Und nicht nur die Steher wollen die EM im Velodrom als große Bühne nutzen.
 

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Berliner Maximilian Beyer für EM nachnominiert

Berlin, 12. Oktober. Ausdauer-Bundestrainer Sven Meyer vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat den Berliner Maximilian Beyer am Donnerstag für die Bahnradsport-Europameisterschaften im Berliner Velodrom (19. bis 22. Oktober) nachnominiert. Der mehrfache deutsche Meister soll auf seiner Heimbahn im Ausscheidungsfahren und im Punktefahren an den Start gehen. Bei den Bahn-Weltmeisterschaften 2015 in Paris gewann Beyer die WM-Bronzemedaille im Punktefahren.

„Ich bin auf jeden Fall froh, das ich die Heim-EM fahren kann, obwohl ich erst nicht dafür vorgesehen war“, sagte Beyer. „Ich habe mir natürlich schon vorgenommen, um die Medaillen zu fahren und denke, ich habe eine recht gute Form. Es wird in beiden Wettbewerben darauf ankommen, seine Kräfte gut einzuteilen“, sagte der Berliner. Am Mittwochabend reiste der 23-Jährige noch kurzfristig per Flugzeug nach Wien, um dort am Wochenende am „Grand-Prix Vienna“ teilzunehmen. Für viele EM-Teilnehmer ist der Wettbewerb letzte Standortbestimmung vor den Titelkämpfen in Berlin.

Für die Europameisterschaften haben über 300 Sportler aus 28 Nationen ihre Meldung abgegeben.

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Weltcup und WM in Berlin – Termine stehen fest

Berlin, 11. Oktober. Neben den letzten Vorbereitungen für die Europameisterschaften im Bahnradsport im Berliner Velodrom (19. bis 22. Oktober) haben bereits auch die Planungen für zwei weitere internationale Großereignisse auf der 250-Meter-Piste begonnen.
In der Saison 2018/19 richtet der Bund Deutscher Radfahrer einen Wettbewerb der Weltcup-Serie des Weltverbandes UCI aus. Termin für die dreitägige Veranstaltung: 30. November bis 2. Dezember 2018.

Im Olympiajahr 2020 beschließen die Weltmeisterschaften im Velodrom die Qualifikation für Tokio. Nach 1999 finden dann zum zweiten Mal an fünf Tagen die Rennen um die begehrten Regenbogen-Trikots an der Landsberger Allee statt. Der Weltverband UCI hat hierzu folgenden Termin vorgesehen: 26. Februar bis 1. März 2020.

Im Jahr 2019 richtet der Bund Deutscher Radfahrer zudem die deutschen Meisterschaften im Berliner Velodrom aus. Dieser Termin steht noch nicht fest.

328 Sportler aus 28 Nationen für EM Berlin gemeldet

Berlin, 09. Oktober. Für die Bahn-Europameisterschaften im Berliner Velodrom haben bis zum Nennungsschluss 28 Nationen ihre Meldung abgegeben. 328 Sportlerinnen und Sportler werden an den vier Finaltagen (19. bis 22. Oktober) in 23 Entscheidungen um die EM-Titel
fahren.

Mit Kristina Vogel (Erfurt), Miriam Welte (Kaiserslautern), Elis Ligtlee (Niederlande), Katie Archibald, Elinor Barker, Steven Burke, Philip Hindes und Callum Skinner (alle Großbritannien) sind acht Olympiasieger am Start. Dazu sind zahlreiche Bahn-Weltmeister wie Lucas Liss (Unna), Maximilian Levy (Cottbus), Robert Förstemann (Berlin), Joachim Eilers (Chemnitz), Filippo Ganna (Italien), Denis Dmitriev (Russland), Lotte Kopecky (Belgien) oder Morgan Kneisky (Frankreich) im Velodrom dabei.

Förstemann nach Premierenfahrt auf neuer Piste: Die neue Radrennbahn im Velodrom wird sehr schnell

Berlin, 07. September. Die neue Radrennbahn im Velodrom an der Landsberger Allee in Berlin ist fertig und abgenommen, als erster Sportler hat Robert Förstemann den neuen Fahrbahnbelag getestet und war begeistert. „Das war ein echter Gänsehautmoment“, sagte Förstemann nach einigen Runden auf dem 250-Meter-Oval aus sibirischer Fichte. „Ich bin echt stolz, als Erster da ein paar Runden gedreht zu haben. Das war wirklich toll und hat mit einen Extra-Kick für die EM-Vorbereitung gegeben“, erklärte der 31-Jährige. Vom 19. bis 22. Oktober werden im Velodrom die Bahn-Europameisterschaften ausgetragen.

Förstemann, Medaillengewinner bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften, zeigte sich begeistert vom neuen Rund. „Die Bahn macht einen sehr guten Eindruck, wirkt sehr hell und hat schon ordentlich Grip. Es knackt und knarzt zwar an vielen Ecken, weil sich das Holz noch setzen muss, aber es gab keine Kanten und war auch nicht staubig“, sagte der Berliner, der mit Heimtrainer Eyk Pokorny Antritte übte: „Ich denke, die neue Bahn wird sehr schnell sein.“ Am Sonntag geht es für den Berliner ins erste EM-Vorbereitungstrainingslager. Spätestens am 19. Oktober will Robert Förstemann zurück auf der Bahn im Velodrom – möglichst zum EM-Finale im Teamsprint.

Nach der Eröffnung im Jahr 1997 wurde die 20 Jahre alte Fahrbahn im Velodrom seit Ende Juni komplett ausgetauscht und dazu 200 Lattenringe aus sibirischer Fichte mit einer Gesamtlänge von 55 Kilometern neu verlegt. Die Unterkonstruktion und die Geometrie der Radrennbahn blieben erhalten. Ebenfalls wurde die Radrennbahn an die neuesten Anforderungen in Punkto Sicherheit und Technik angepasst. Erster Höhepunkt auf der neuen Radrennbahn sind die Europameisterschaften. Neben den jährlich im Januar stattfindenden Sixdays werden 2018 ein Weltcup und 2020 die Weltmeisterschaften im Berliner Velodrom ausgetragen.
 

Quick-Facts
* Bauzeit Mitte Juni bis Ende August
* Holzbahn aus sibirischer Fichte
* 200 Lattenringe
* Gesamtlänge der Holzlatten 55 Kilometer
* 220.000 Nägel
* 111. Radrennbahn vom Architektenbüro Schürmann aus Münster (gebaut 1997)
* Anpassung an aktuelle Sicherheitsanforderungen
* Umbaukosten ca. 1,6 Mio Euro

Vogel will in Berlin fehlenden Titel holen

Berlin, 20. Juni. Kristina Vogel ist eine der erfolgreichsten Radsportlerinnen weltweit. Nach Gold bei den
Olympischen Spielen 2012 in London im Teamsprint holte die Erfurterin im Vorjahr bei den Spielen in Rio de
Janeiro mit ihrer langjährigen Partnerin Miriam Welte aus Kaiserslautern Bronze im Teamsprint und
anschließend Gold im Sprint-Turnier. Unvergessen: Ihr „Tigersprung“ im Finale gegen die Britin Rebecca
James, bei der Vogel die letzten Meter ohne Sattel auf ihrem High-Tech-Rennrad zurücklegte. Bundestrainer
Detlef Uibel sagte hinterher scherzhaft: „Kristina ist unser bester Mann. Sie ist robust, nicht nur körperlich,
sondern auch vom Kopf her. Für uns ist sie ein Glücksfall.“

Bei den Weltmeisterschaften im April 2017 in Hongkong setzte Vogel mit den Siegen im Sprint und im Keirin
sowie Platz drei im Teamsprint ihre außergewöhnliche Erfolgsserie fort. Neun Mal stand das kleine
Energiebündel seit 2012 ganz oben auf dem WM-Treppchen – je dreimal in jeder Disziplin. Nur die im
Vorjahr zurückgetretene Anna Meares ist mit elf WM-Titeln noch ein bisschen erfolgreicher als Vogel – aber
es scheint nur eine Frage der Zeit, bis Vogel auch die Australierin überholt hat. Schließlich will die Erfurterin
mindestens bis 2020 weitermachen.

Auf die Titelkämpfe in Berlin freut sich Vogel besonders. „Eine Heim-EM gibt es nicht so oft. Da möchte ich
mich und den Bahnradsport top präsentieren“, kündigte sie an. Nach Siegen im Sprint (2013 Apeldoorn)
und im Keirin (2014 Guadeloupe) fehlt allerdings die EM-Goldmedaille im Teamsprint in der
Medaillensammlung der Ausnahme-Sprinterin. Vogel: „Berlin wäre ein gutes Pflaster, um meine Sammlung
zu komplettieren und den fehlenden Titel zu holen.“

Quick-Facts
* Kristina Vogel, geboren 10. November 1990
* Wohnort Erfurt
* Team Erdgas.2012 aus Chemnitz (seit 2013)
* Heimtrainer: Tim Zühlke
* Olympiasiegerin 2012 Teamsprint
* Olympiasiegerin 2016 Sprint, Olympia-Dritte 2016 Teamsprint
* Neunfache Weltmeisterin (je 3 x in Sprint, Keirin, Teamsprint)
* Weltrekordlerin 200-Meter-Zeitfahren (10,384 Sekunden)
* 19 Weltcup-Siege
* zweifache Europameisterin
* 19fache deutsche Meisterin

Die Bundestrainer freuen sich auf die EM

Berlin, 20. Juni. Sportlich bildet die EM den Auftakt zur Winterbahn-Saison 2017/18. Nach den Titelkämpfen in
Berlin folgen bislang vier Weltcups in Pruszkow (Polen), Manchester (Großbritannien), Milton (Kanada) und
Santiago de Chile (Chile). Abschluss sind die Weltmeisterschaften vom 28. Februar bis 4. März 2018 in Apeldoorn
(Niederlande).

Das sagen die Bundestrainer zur Heim-EM 2017:

Detlef Uibel (58 Jahre, Wohnort Illmersdorf bei Cottbus), Bundestrainer Kurzzeit Männer und Frauen: „Wir
nehmen die Europameisterschaft im eigenen Land ernst, schließlich kommen Events von solcher Qualität nicht sehr
oft in Deutschland vor. Wir werden uns konzentriert vorbereiten und mit einer schlagkräftigen Mannschaft am
Start stehen. Wenn die Leistungsfähigkeit im Herbst stimmt, wollen wir mit unseren erfahrenen Athletinnen und
Athleten dabei sein. In den letzten Jahren standen bei uns die Weltcups etwas mehr im Fokus – dieses Jahr ist es
die EM. Der Weltverband UCI hat die EM schon vor einiger Zeit durch eine veränderte Punktevergabe für
Ranglisten und Qualifikationsplätze aufgewertet. Dem tragen wir Rechnung.“

Sven Meyer (32, Potsdam), Bundestrainer Ausdauerbereich Männer: „Eine Europameisterschaft in Deutschland
hat eine große Bedeutung – vor allem für die Sportler. Das zeigt sich schon jetzt in jeder Trainingseinheit. Alle Jungs
haben richtig Lust auf Berlin und wollen dort richtig schnell fahren. Wir wollen mit dem Vierer natürlich eine sehr
gute Leistung anbieten. Wir planen mit unseren etablierten Kräften Domenic Weinstein, Theo Reinhardt, Kersten
Thiele, Nils Schomber und Lucas Liß. Es bleibt aber bei unserem Fahrplan: Wir müssen die Zeit bis zum Beginn der
Olympia-Qualifikation für Tokio 2020 nutzen, um uns weiter zu entwickeln. Da ist die Europameisterschaft ein
weiterer Schritt.“

André Korff (43, Forchheim), Bundestrainer Ausdauerbereich Frauen: „Wir wollen uns bei der
Europameisterschaft in Berlin gut präsentieren und nicht unter Wert geschlagen geben. Wir müssen aber
realistisch bleiben: Die Trauben hängen im Frauen-Bereich sehr hoch. In der olympischen Mannschaftsverfolgung
werden wir nicht um die Medaillen mitfahren können. Wir werden uns so gut wie möglich aufstellen und die EM
auch nutzen, um die eine oder andere jüngere Fahrerin an größere Aufgaben heranzuführen.“

Mario Vonhof (41), Beauftragter für den Steher- und Dernysport im Bund Deutscher Radfahrer: „Nachdem der
Steher-Sport in den vergangenen Jahren etwas stiefmütterlich behandelt wurden, freuen wir uns natürlich sehr,
dass wir nach Paris 2016 in Berlin zum zweiten Mal Teil der großen Europameisterschaft sind. Derzeit gehen wir

Velodrom Berlin erhält eine neue Fahrbahn

Berlin, 20. Juni. 20 Jahre nach dem Bau des Velodroms in der Sportmetropole Berlin wird in diesem Sommer der Belag der 250-Meter-Piste komplett erneuert. Hierzu stellt die Senatsverwaltung für Inneres und Sport bis zu 1,6 Millionen Euro bereit. Die Bauplanung und Projektkoordination werden von der Velomax Berlin Hallenbetriebs GmbH vorgenommen.

Zudem wird die Radrennbahn den aktuellen Sicherheitsstandards des Radsport-Weltverbandes UCI angepasst. Die Bauarbeiten haben am Dienstag begonnen. Die Ausführung wird von der Firma SportBAU Schürmann GmbH aus Münster koordiniert.

„Wir freuen uns auf die Aufgabe“, sagte Firmenchef Ralph Schürmann (63 Jahre), dessen Architekten-Familie in inzwischen dritter Generation
weltweit fast 150 Radrennbahnen geplant und installiert hat. „Schließlich ist die Bahn im Velodrom ja eines unserer ,Babies’ (Nr. 111). Übrigens eine von sieben Bahnen, die wir seit 1931 für Berlin bauen durften.“

Zunächst wird die komplette Fahrbahnfläche aufgesägt und entfernt. Die Unterkonstruktionen bleiben bestehen und werden neu ausgerichtet, die vorhandene Geometrie der Bahn bleibt damit erhalten. Die sibirische Fichte als Belag ist bereits vor einigen Monaten per Schiff in Deutschland eingetroffen, wurde anschließend getrocknet, zugeschnitten und zur Verlegung gehobelt. Rund 200 Lattenringe werden auf den
vorhandenen Bindern mit etwa 220.000 Nägeln per Hand verlegt, damit ergibt sich eine Gesamtlänge der Holzlatten von rund 55 Kilometern.

Zusätzlich wird der Sicherheitsstreifen der Radrennbahn mit einer neuen Glasbalustrade und neuen Zugangs-Podesten versehen, um die gültigen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen und die Bahn über die Europameisterschaft 2017 hinaus bereits für die Weltmeisterschaften 2020 in Berlin tauglich zu machen. „Bis Ende August haben wir für die Umbauarbeiten Zeit. Wir hoffen aber, etwas früher fertig zu werden“, sagte Schürmann.

Zum Abschluss wird die Bahn neu vermessen und liniert, um die UCI-Abnahme vorzubereiten.

Quick-Facts
• Bauzeit Mitte Juni bis Ende August
• Holzbahn aus sibirischer Fichte
• 200 Lattenringe
• Gesamtlänge der Holzlatten 55 Kilometer
• 220.000 Nägel
• 111. Radrennbahn vom Architektenbüro Schürmann (1997)
• Anpassung an aktuelle Sicherheitsanforderungen
• Umbaukosten ca. 1,6 Mio Euro
• Im Internet: www.velodromes.com

30 Nationen zur Bahn-EM in Berlin erwartet

Berlin, 20.06.2017. 20 Jahre nach der Eröffnung des Velodroms in der Landsberger Allee wird vom 19. bis
22. Oktober zum zweiten Mal nach 1997 eine Bahnradsport-Europameisterschaft auf der 250-Meter-
Holzbahn ausgetragen. An den vier Finaltagen fallen 23 Entscheidungen, darunter auch im Steher-Rennen.
Der Wettbewerb mit bis zu 75 km/h hinter einem Schrittmacher auf einem Motorrad erfreuen sich gerade
in Berlin großer Beliebtheit und sind fester Bestandteil der Sechstagerennen.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) als Ausrichter der Titelkämpfe erwartet rund 300 Sportler aus 30
Mitgliedsverbänden des europäischen Verbandes UEC in der Sportmetropole Berlin, darunter neben den
deutschen Spitzenfahrerinnen und –fahrern wie Kristina Vogel (Erfurt), Miriam Welte (Kaiserslautern) oder
Maximilian Levy (Cottbus) zahlreiche Top-Athletinnen und –Athleten aus den auf der Bahn führenden
Nationen wie Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Russland oder Italien.

Bei der EM 2016 vor den Toren von Paris trugen sich unter anderem Olympiasiegerin Katie Archibald
(Großbritannien), die mehrfachen Weltmeisterinnen Daria Shmeleva und Anastasia Voinova aus Russland,
der Ex-Verfolgungs-Weltmeister Filippo Ganna aus Italien oder Sixdays-Spezialist Kenny de Ketele aus
Belgien in die Siegerliste ein. Für die einzige deutsche Goldmedaille in St-Quentin-en-Yvelines sorgte der
Cottbuser Stefan Schäfer im Steher-Wettbewerb, der damit für 2017 bereits qualifiziert ist.

Die Europameisterschaft im Velodrom bildet den Auftakt zu einem Zyklus mit vier Meisterschaften in den
kommenden Jahren in Berlin. Im Oktober 2016 erhielt der BDR vom Weltverband UCI den Zuschlag zur
Ausrichtung der Weltmeisterschaften 2020. Erstmals seit 2003 in Stuttgart werden damit die Welt-
Titelkämpfe wieder in Deutschland ausgetragen. Die Weltmeisterschaften 2020 werden zugleich Abschluss
der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio. Im Winter 2018/19 richtet der BDR einen Weltcup auf
der Radrennbahn aus. 2019 sollen die deutschen Meisterschaften an dieser Stelle ausgefahren werden.

Quick-Facts
• Bahn EM Berlin 2017, 19. bis 22. Oktober
• Vier Finaltage mit 23 Entscheidungen
• 300 Sportler aus 30 Nationen erwartet
• Einziger deutscher Europameister 2016: Stefan Schäfer aus Cottbus
• 2018 Bahn-Weltcup im Velodrom
• 2019 Deutsche Bahn-Meisterschaften im Velodrom
• 2020 Bahn-Weltmeisterschaften im Velodrom

Vogel vor Bahnrad-WM wieder in Angriffslaune

Hongkong, 11.04.2017

Die Fingernägel sind lackiert, Kristina Vogel fit und bereit: Bei den Bahnradsport-Weltmeisterschaften ab Mittwoch in Hongkong will die Erfurterin ihre beeindruckende Medaillensammlung ausbauen. Es winken drei Titel.

Kristina Vogel im Fokus der Presse. Foto: Arne MillHongkong. Vor dem Abflug nach Hongkong führte Kristina Vogel der Weg in das Nagelstudio ihres Vertrauens. Dort ließ sich die 26 Jahre alte Erfurterin ihre „Glücksbringer“ lackieren: Die sogenannten „Spirit Fingers“ in Schwarz-Rot-Gold. „Die Nägel sehen ein bisschen aus wie eine brennende Flamme. Und ich will in Hongkong die Bahn brennen lassen“, verkündete Vogel voller Selbstbewusstsein.

Zweimal Olympia-Gold (2012 Teamsprint, 2016 Sprint) und sieben WM-Goldmedaillen liegen inzwischen bei Vogel zuhause. Satt ist die Thüringerin noch lange nicht. „Ich bin weiter durstig nach Siegen und habe einige Rechnungen offen“, sagte Vogel. „Auf der anderen Seite probiere ich locker zu bleiben und mich nicht verrückt zu machen. Die Jahre bis Tokio 2020 werden noch lang“, so Vogel, die in drei Jahren nochmals um Olympia-Gold kämpfen will.

In Hongkong hat die „Grande Dame“ des Bahnradsports wieder drei Medaillenchancen. Gleich zum Auftakt winkt am Mittwoch zusammen mit Miriam Welte aus Kaiserslautern eine Medaille im Teamsprint – vielleicht sogar Gold wie von 2012 bis 2014 und beim ersten Olympiasieg in London. Beim Weltcup im Februar in Cali präsentierte sich das Duo bärenstark. Welte (30 Jahre) hat auf ihre „alten Tage“ nochmals zur Höchstform gefunden und glänzte dort mit persönlicher Bestzeit. „Mit dem Niveau können wir um den Titel fahren“, frohlockte Bundestrainer Detlef Uibel.

Auch in Sprint und Keirin geht der WM-Titel wohl nur über Vogel. „Momentan scheint Kristina vom anderen Stern und wird sicher nur schwer zu schlagen sein. Wichtig ist, dass der Druck auf ihren Schultern sie nicht übermannt und sie ihre Art Radrennen zu bestreiten, voll entfalten kann“, sagte der viermalige Weltmeister Maximilian Levy aus Cottbus über seine Teamgefährtin aus dem Team Erdgas.2012. „Kristina ist trotz ihrer Erfolge weiterhin hoch motiviert und konzentriert“, ergänzte  Bundestrainer Uibel über seine Vorzeigeathletin.

Sorgen gab es im Vorfeld um Doppel-Weltmeister Joachim Eilers aus Chemnitz. Beim Titelträger von London in Keirin und 1000 Meter wurde zunächst Pfeifersches Drüsenfieber diagnostiziert, jetzt geht er aber doch an den Start. „Mal sehen, wozu die kurze Zeit reicht“, sagte Uibel. Einer Wundertüte gleich kommen auch die Mannschaftsverfolger. Nach Platz fünf in Rio verzichtete der Vierer auf alle Weltcups. „Unser Fokus sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Da wollen wir eine Medaille. Wir setzen auf einen langfristigen, ruhigen Aufbau. Eventuell gehen wir einen Schritt zurück, um dann zwei Schritte nach vorne zu machen“, erklärte Bundestrainer Sven Meyer.

Bis zum Mittwoch fallen an den fünf WM-Tagen 20 Entscheidungen. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) ist mit Ausnahme des neu im Programm stehenden Madison für Frauen in 19 Wettbewerben qualifiziert. Im 21-köpfigen Aufgebot stehen mit Pauline Grabosch (Erfurt), Franziska Brauße (Öschelbrunn), Laura Süßemilch (Biberach), Marc Jurczyk (Erfurt) und Jasper Frahm (Buxtehude) fünf Neulinge.

Foto: Arne Mill/Frontalvision

Wachablösung muss warten

Frankfurt (Oder), 15.03.2017

Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel hat das geplante Stechen im Teamsprint der Frauen abgesagt und Miriam Welte als Anfahrerin für die WM in Hongkong gesetzt. „Herausforderin“ Pauline Grabosch muss sich gedulden.

Pauline Grabosch muss sich noch gedulden. Foto: Arne MillFrankfurt (Oder). Die Wachablösung muss warten, das Ziel bleibt. Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel hat das für Donnerstag angesetzte Stechen zwischen der Erfurterin Pauline Grabosch und Olympiasiegerin Miriam Welte aus Kaiserslautern um die Position der Teamsprint-Anfahrerin für die WM in Hongkong (12. bis 16. April) abgesagt. „Ich wäre sicherlich nicht chancenlos gewesen, nehme aber die Entscheidung als Ansporn für die Zukunft. Aus dieser Erfahrung werde ich lernen“, zeigte sich Grabosch als faire Verliererin.

Die 19-jährige Grabosch hatte sich gute Chancen ausgerechnet, Welte auf der Position eins zu verdrängen, zumal das Reglement der jüngeren Fahrerin einen kleinen Zeitvorteil einräumte. Mit Platz zwei bei der EM 2016 in Paris und dem Weltcup-Sieg in Apeldoorn über 500 Meter hatte die viermalige Junioren-Weltmeisterin zuvor schon gute Argumente gesammelt. Beim Weltcup im Februar in Cali konterte aber Welte. Die 30-Jährige stellte als Anfahrerin an der Seite von Kristina Vogel (Erfurt) trotz längerer Pause eine neue persönliche Bestzeit auf und raste zum Teamsprint-Sieg.

„Mit der Welte-Zeit können wir wieder um den WM-Titel fahren. Weil wir eine langfristige Vorbereitung favorisieren, verzichten wir auf das Stechen“, so Uibel. Trotz des geplatzten Traums, schon in diesem Jahr mit Vogel ein Paar zu bilden, wird Grabosch wohl sicher in Hongkong dabei sein, im Sprint, Keirin und im nicht olympischen Zeitfahren – hier sogar mit einer Medaillenchance.

„Mich im ersten Jahr bei der Elite gleich für die WM zu qualifizieren, ist trotzdem keine Selbstverständlichkeit“, sagte Grabosch, die am Donnerstag mit der Nationalmannschaft in Frankfurt (Oder) die WM-Vorbereitung beginnt. Das Ziel  für die Sportschülerin bleibt ohnehin gleich – sich bei den Frauen zu etablieren. Fernziel für Grabosch sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, dort will sie zusammen mit Vogel das deutsche Duo bilden und die Erfolgsgeschichte im Teamsprint fortsetzen.

Foto: Arne Mill/Frontalvision

Niederlag trägt Sprint-Hoffnungen für die WM

Chemnitz, 08.03.2017

Bei den Olympischen Spielen stand Max Niederlag fast sinnbildlich für das Scheitern der zuvor hoch gehandelten deutschen Sprinter. Für die WM in Hongkong ist der Chemnitzer dagegen fast der letzte Hoffnungsträger.

Niederlag trägt Sprint-Hoffnungen für die WMChemnitz. Max Niederlag ist wieder da. Acht Monate nach dem Olympia-Desaster von Rio hat sich der Chemnitzer in der Weltspitze zurückgemeldet. Bei den Weltcups in Cali und Los Angeles im Februar musste sich der 23-Jährige im Sprint nur dem neuen Weltranglisten-Spitzenreiter und Olympia-Dritten Denis Dmitriev aus Russland beugen. „Ich hatte ehrlich gesagt nicht mit diesen Ergebnissen gerechnet. Das Training lief zuletzt noch nicht richtig rund. Umso schöner, dass es gleich wieder so gelaufen ist“, sagte Niederlag.

Schon bei den Olympischen Spielen wollte Niederlag seine Klasse beweisen. Stattdessen musste der Schützling von Trainer Ralph Müller vorzeitig und ohne Einsatz erkrankt abreisen und sprengte zudem das hoch gehandelte Teamsprint-Trio. Nach Platz drei bei der WM 2016 sollte es wieder eine Medaille geben, am Ende blieb für Rene Enders (Erfurt), Niederlag-Ersatzmann Maximilian Levy (Cottbus) und Joachim Eilers (Chemnitz) nur der enttäuschende fünfte Platz. Und auch in Sprint und Keirin gingen die erfolgsverwöhnten deutschen Sprinter leer aus.

Nach Rio zog sich Niederlag zunächst komplett zurück, konzentrierte sich auf seine Ausbildung bei der Bundespolizei. „Das hat sehr geholfen. Mir blieb so gar nicht viel Zeit über Olympia nachzudenken und zu hadern“, sagte Niederlag, der inzwischen die Prüfungen zum Polizeimeister erfolgreich abgelegt hat. „Gleichzeitig habe ich aber in der Ausbildung auch andere Sportler getroffen, und wir haben viel über die Zeit in Rio gesprochen. Olympia war schon großer Mist, aber ich habe viel daraus gelernt“, so Niederlag.

Erst seit November steht der Chemnitzer wieder im Training. „Max konnte bei den Weltcups sein Talent für den Sprint wieder andeuten und hat seine Perspektiven für die nächsten Jahre gezeigt – und das nach der kurzen Zeit“, lobte Bundestrainer Detlef Uibel das starke Comeback Niederlags, der nach dem Ausfall der Weltmeister Joachim Eilers (Epstein-Barr-Virus), Maximilian Levy (Schulter-OP) und Stefan Bötticher (Chemnitz/muskuläre Probleme)) bei der WM in Hongkong (12. bis 16. April) gleich wieder besonders im Fokus stehen dürfte und im männlichen Bereich fast einziger Hoffnungsträger ist.
Niederlag will die Herausforderungen bei der WM annehmen. „Mein Fokus liegt aber nicht allein auf dem Sprint, sondern auch auf dem Teamsprint. Da haben wir noch etwas Arbeit vor uns. Und im Sprint möchte ich mich natürlich an meinen Vorleistungen messen lassen. Ein Platz in den Top 4 sollte schon mein Anspruch sein“, gibt sich Niederlag selbstbewusst und kämpferisch zugleich. Druck will er sich aber nicht machen – das ist eine der Lehren von Rio. „Ich möchte die Rennen vor allem wieder genießen und Spaß haben auf dem Rad.“ Dann klappt’s sicher auch mit den Medaillen.

Foto: Arne Mill/Frontalvision

Vogel fliegt zum nächsten Sieg

Los Angeles, 26.02.2017

Vogel fliegt zum nächsten Sieg. Foto: Arne Mill

Los Angeles. Hollywood feierte in der Nacht zum Montag Emma Stone als Oscar-Preisträgerin, im Velo Sports Center von Los Angeles war Kristina Vogel aus Erfurt wieder der Star. Eine Woche nach ihrem Dreifach-Triumph beim Weltcup in Cali feierte die 26-Jährige beim Weltcup in Los Angeles einen Doppel-Sieg. Nach ihrem Erfolg im Keirin setzte sich die Olympiasiegerin in der Nacht zum Montag auch im Sprint-Wettbewerb durch. Vogel siegte mit 2:0 Läufen gegen Europameisterin Liubov Basova aus der Ukraine. „Nach der Qualifikationsbestzeit hielt sich Kristina im Turnier schadlos  - das war wiederum eine souveräne Vorstellung“, sagte Bundestrainer Detlef Uibel.

Sechs Wochen vor den Bahn-Weltmeisterschaften in Hongkong (12. bis 16. April) bestätigte auch Emma Hinze aus Cottbus ihren guten Auftritt von Cali. Nach Platz vier in Kolumbien belegte die vierfache Junioren-Weltmeisterin diesmal Rang sechs. „Mit der fünftbesten Qualifikationszeit und Platz sechs im Endklassement konnte sie sich wiederum gut in Szene setzen und überraschte mit gutem Sprintverhalten“, lobte Uibel.

Im Teamsprint der Männer unterlag Deutschland mit der neu formierten Mannschaft mit Erik Balzer (Cottbus), Max Niederlag (Chemnitz) und Eric Engler (Cottbus) in 43,974 Sekunden im Finale gegen Weltmeister Neuseeland (43,710). „Balzer zeigte stabile Anfahrleistungen und damit auch einen deutlichen Aufwärtstrend gegenüber der letzten Saison. Niederlag war noch etwas wechselhaft, was aber sicherlich auch an seiner Gesamtbelastung der letzten beiden Wochen lag. Engler war auf der dritten Position sehr stabil“, analysierte Uibel nach dem Wettkampf.

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Vogel setzt Siegesserie fort

Los Angeles, 26.02.2017

Vogel setzt Siegesserie fort. Foto: Arne Mill

Los Angeles. Sprint-Olympiasiegerin Kristina Vogel hat ihre Siegesserie fortgesetzt. Eine Woche nach ihren drei Siegen beim Weltcup in Cali/Kolumbien siegte die Erfurterin in der Nacht zum Sonntag beim Weltcup in Los Angeles im Keirin-Rennen. Die 26-Jährige setzte sich vor der Kolumbianerin Martha Bayona und Natasha Hansen aus Neuseeland durch. „Vogel ist sehr überlegen und abgeklärt gefahren. Sie hat alle Läufe selbst gestaltet und die Rennen kontrolliert“, sagte Bundestrainer Detlef Uibel nach dem 18. Weltcup-Erfolg Vogels.

Für die zweite Medaille des Abends sorgte der Chemnitzer Max Niederlag als Zweiter im Sprint der Männer. Wie schon in Cali unterlag der Pechvogel der Olympischen Spiele, bei den Niederlag ohne Einsatz erkrankt vorzeitig abreisen musste, erst im Finale dem Russen Denis Dmitriev. „Max konnte hier nach seiner langen Pause und dem Olympia-Pech erneut überzeugen“, erklärte Uibel. Niederlag erreichte das Finale kampflos, da Semifinal-Gegner Quentin LaFargue aus Frankreich zuvor schwer gestürzt war. Gegen Dmitriev ging  Niederlag zunächst in Führung, war im zweiten Lauf dann zu passiv. „In der ,Belle’ versuchte er es konsequent von der Spitze und wurde noch abgefangen“, berichtete Uibel. Eric Engler (Cottbus) und Maximilian Dörnbach (Erurt) fuhren solide Qualifikationszeiten, konnten aber im Turnier nichts ausrichten.

Im Teamsprint der Frauen belegten Kristina Vogel und die vierfache Junioren-Weltmeisterin Emma Hinze aus Cottbus Platz sieben. Vogels Standard-Partnerin Miriam Welte aus Kaiserslautern war bereits nach dem Weltcup in Cali abgereist. „Wir wollten vor allem die Wettkampfmöglichkeit nutzen. Emma hatte deutliche Probleme in der ersten Beschleunigungsphase und konnte das Hinterrad von Vogel nicht erreichen“, so UIbel. Die Teamsprint-Olympiasiegerin von London führ in Los Angeles auf der Position 1.

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Vogel zurück an der Spitze der Weltrangliste

Aigle, 23.02.2017

Vogel zurück an der Spitze der Weltrangliste. Foto: Arne MillAigle. Olympiasiegerin Kristina Vogel hat wieder die Spitzenposition in der Weltrangliste im Sprint inne. Die 26-Jährige aus Erfurt verdrängte nach ihrem Sprint-Sieg am vergangenen Wochenende beim Weltcup in Cali/Kolumbien mit 2800 Punkten Wai Sze Lee (Hongkong/2750) auf den zweiten Rang. Einen großen Satz nach vorn machte Emma Hinze. Mit ihrem vierten Platz von Cali verbesserte sich die ehemalige Junioren-Weltmeisterin um elf Plätze auf Rang 29. Vogel und Hinze sind am Wochenende auch beim Weltcup in Los Angeles am Start. Im Keirin verbesserte sich Vogel von Platz drei auf zwei. Mit 2530 Punkten liegt sie trotz ihres Sieges in Cali weiter deutlich hinter Europameisterin Liubov Basova aus der Ukraine (2950).

Bei den Männern machte Max Niederlag einen großen Satz nach seinem zweiten Platz im Sprint von Cali. Der Pechvogel der Olympischen Spiele, der aus Rio ohne Einsatz erkrankt abreisen musste, verbesserte sich von Platz 45 auf Platz 29. Beste deutscher Sprinter ist hier der Cottbuser Eric Engler auf Rang 17. Bester deutscher Keirin-Fahrer in der Weltrangliste ist weiterhin Weltmeister Joachim Eilers auf Platz vier. Allerdings muss der Chemnitzer derzeit aufgrund einer Erkrankung (Pfeiffersches Drüsenfieber) passen und könnte schon bald weitere Punkte und Plätze verlieren.
 

Foto: Arne Mill/Frontalvision

Förstemann blickt wieder zuversichtlich in die Zukunft

Cali, 20.02.2017

Förstemann blickt wieder zuversichtlich in die Zukunft. Foto: Arne MillCali. Die deutsche Sprinter-Nationalmannschaft reiste am Montag über Bogata weiter nach Los Angeles zum nächsten Weltcup. Neben Miriam Welte (Kaiserslautern) trat auch Robert Förstemann bereits die Heimreise nach Deutschland an und wird am Dienstag in Berlin erwartet. Förstemann unterstrich mit seiner Leistung als Anfahrer und dem Weltcup-Sieg im Teamsprint in Cali seine Ambitionen in Richtung WM.

Zusammen mit Eric Engler (Cottbus) und Maximilian Dörnbach (Erfurt) fuhr Förstemann im Finale gegen Europameister Polen zum Gold. In der Zwischenrunde kam auch noch der Chemnitzer Max Niederlag zum Einsatz. „Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis - vor allem, da es so eine grandiose Teamleistung war, die im Endeffekt der Schlüssel zum Erfolg war. Alle eingesetzten Fahrer haben ihre Aufgabe toll gemeistert“, freute sich Förstemann.

Der bald 31-Jährige, der seit einem Jahrzehnt zur deutschen und internationalen Sprint-Spitze gehört, präsentierte sich als Anfahrer schon in guter Verfassung. 17,409 – 17,344 – 17,380. Das waren Förstemanns Zeiten auf der ersten Runde, mit denen er das deutsche Trio in Schwung brachte und letztlich zum Sieg führte. „Robert konnte mit den Anfahrzeiten seine Ansprüche für die Anfahrposition zur WM untermauern und machte ein sehr ordentliches Rennen“, lobte selbst Bundestrainer Detlef Uibel, bekanntermaßen kritischer Geist – vor allem, wenn es um Förstemann geht.

Der Wahl-Berliner, der schon bei den Weltcups im Herbst dabei war, konnte sich gegenüber Glasgow und Apeldoorn weiter steigern. „Ich denke, ich habe mich mit meinen Leistungen vorn in der Weltspitze etabliert. Ich war immer mindestens Top 2 - zweimal sogar international schnellster Anfahrer“, sagte der Olympiadritte von London 2012, Weltmeister von 2010 und mehrfache Teamsprint-Europameister.

2016 scheint damit endgültig abgehakt. Da war Förstemann gar nicht in Schwung gekommen, verpasste erst die WM in London und dann die Spiele in Rio. Nach einer selbst verordneten längeren Auszeit und Veränderungen im Umfeld, wie der Beendigung der Zusammenarbeit mit Trainer Emanuel Raasch, ist Förstemann wieder an – und will die Chance nutzen, die sich durch den (Teil)Rückzug von Rene Enders (Erfurt) als Anfahrer ergeben hat. „Vergleicht man meine Zeiten mit den vergangenen eineinhalb Jahren, sind die Ergebnisse schon ein gewaltiger Schritt nach vorn, worüber ich sehr froh bin“, erklärte Förstemann erleichtert.

In Los Angeles ist am Wochenende Förstemann Zuschauer, dort bekommt Erik Balzer (Cottbus) eine Chance auf der Position eins. Bange ist dem Bundespolizisten nicht. Förstemann: „Klar, es liegt ehrlicherweise noch Arbeit vor mir. Aber die Tendenz geht weiter nach oben. Und Cali sollte ohnehin nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur WM in Hongkong sein. Ich hoffe, dass den Bundestrainer meine konstanten Leistungen überzeugt haben und sich meine Arbeit der letzten Monate dort auszahlen wird.“

Foto: Arne Mill/Frontalvision

Vogel gelingt in Cali erneut das „Triple“

Cali, 20.02.2017

Cali. Kristina Vogel war mit drei Erfolgen beim Bahn-Weltcup in Cali die überragende Athletin. Neben der Erfurterin siegten die Teamsprint-Männer in Kolumbien, Max Niederlag (Chemnitz/Sprint) und Max Dörnbach (Erfurt/1000 m) steuerten für die kleine Mannschaft des Bundes Deutscher Radfahrer zwei Silbermedaillen zum guten Abschneiden bei. „Wir werden das Gesamtergebnis aber nicht überbewerten, sondern in erster Linie für unsere interne WM-Nominierung heranziehen. Ich bin sehr froh, dass sich im Saisonverlauf einige junge Fahrerinnen und Fahrer angeboten haben“, resümierte Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel, der am kommenden Wochenende mit einer fast identischen Mannschaft beim Weltcup in Los Angeles an den Start gehen wird.

Zum Abschluss des Weltcups siegte Vogel auch im Keirin-Wettbewerb. Die amtierende Weltmeisterin setzte sich im Finale am Sonntagabend vor Martha Bayona Pineda aus Kolumbien und Nicky Degrendele aus Belgien durch. Die Doppel-Olympiasiegerin hatte zuvor bereits den Teamsprint und den Sprint gewonnen und wiederholte damit das „Triple“ von 2014, als die Erfurterin an gleicher Stelle dreifache Weltmeisterin geworden war. „Kristina hat das Keirin überlegen gewonnen und ihre derzeitige Ausnahmestellung im internationalen Bahnradsport eindrucksvoll dokumentiert“, lobte Bundestrainer Uibel. Vogel bestritt in Kolumbien ihren ersten internationalen Wettkampf seit den Olympischen Spielen in Rio und präsentierte sich sieben Wochen vor den Weltmeisterschaften in Hongkong (12. bis 16. April) schon in starker Verfassung – körperlich und mental. „Ich freue mich, dass ich zurück im Business bin. Ich hätte nicht gedacht, dass es gleich so gut läuft. Cali ist definitiv eine meiner Lieblingsbahnen auf der Welt“, freute sich Vogel.

Ein gelungenes Nationalmannschafts-Comeback feierte Max Niederlag. Der Chemnitzer, der bei den Olympischen Spielen in Rio ohne Einsatz erkrankt vorzeitig abreiste, belegte Platz zwei im Sprint der Männer. Der 23-Jährige unterlag erst im Finale dem Olympia-Dritten von Rio, Denis Dmitriev aus Russland. „Der Wettkampf von Niederlag war sehr erfreulich“, so Uibel. „Nach der verkorksten Olympiasaison und den monatelangen Trainingsausfall hat er sich wieder in die internationale Sprintszene zurückgekämpft und zeigte seine Perspektiven für die nächsten Jahre.“

Ebenfalls Silber holte Max Dörnbach aus Erfurt im nicht olympischen 1000-Meter-Zeitfahren. In 1:01,084 Minuten stellte der U23-Europameister eine neue persönliche Bestzeit auf und musste sich nur dem Polen Krzysztof Maksel (1:00,814) geschlagen geben. „Max konnte sich im Finale im Vergleich zu Qualifikation steigern, was sehr erfreulich ist. Da das System der Quali hier erstmals angewendet wurde, war das sicherlich eine ganz wichtige Erfahrung für ihn uns uns“, sagte Uibel weiter.

Foto: Arne Mill/Frontalvision - Archiv

16. Weltcup-Sieg für Vogel: Sieg in Cali im Sprint

Cali, 18.02.2017

Cali. Kristina Vogel hat beim Weltcup in Cali den zweiten Sieg eingefahren. Nach ihrem Erfolg im Teamsprint zusammen mit Miriam Welte (Kaiserslautern) siegte die Erfurterin in der Nacht zum Sonntag auch im Sprint-Wettbewerb. Die Olympiasiegerin von Rio setzte sich im Finale mit 2:0 Läufen gegen Anastasiia Voinova aus Russland durch. Die viermalige Junioren-Weltmeisterin Emma Hinze aus Cottbus belegte den guten vierten Platz, unterlag im kleinen Finale der Russin Daria Shmeleva mit 0:2.

„Kristina ist ein überlegenes Turnier gefahren und ist mental stärker denn je. Die Finalläufe waren ein Beleg für ihre derzeitige starke Verfassung“, lobte Bundestrainer Detlef Uibel seine Vorzeige-Sportlerin nach dem 16. Weltcup-Sieg ihrer Karriere. Emma Hinze erreichte in 11,024 Sekunden in der Qualifikation (Rang 3) eine neue persönliche Bestzeit und verteidigte im Turnierverlauf ihre gute Ausgangsposition, unterlag in den Läufen um Bronze zweimal nur nach Zielfotoentscheid. „Am Ende haben mir etwas die Kräfte gefehlt, aber der vierte Platz ist toll. Mit meiner Zeit und wie ich die Läufe gefahren bin, bin ich echt zufrieden“, sagte die 19-Jährige.

Im Keirin der Männer belegte Maximilian Dörnbach (Erfurt) und Erik Balzer (Cottbus) die Plätze neun und zwölf. „Das kleine Finale war sicherlich das derzeitige Maximum. Beide sind körperlich den Spitzenfahrern unterlegen“, analysierte Uibel. Den Sieg holte der Kolumbianer Fabian Puerta Hernando Zapata.

Foto: Facebook D. Uibel

Deutscher Doppelsieg zum Auftakt in Cali

Cali, 18.02.2017

Cali. Die Bahn-Nationalmannschaft ist beim Weltcup in Cali/Kolumbien mit einem Doppel-Sieg gestartet. Miriam Welte (Kaiserslautern) und Kristina Vogel siegten im Teamsprint der Frauen, anschließend holten auch die Teamsprint-Männer Gold, bei denen Robert Förstemann (Berlin), Max Niederlag (Chemnitz), Eric Engler (Cottbus) und Maximilian Dörnbach (Erfurt) in den drei Runden zum Einsatz kamen.

Welte und Vogel, Teamsprint-Olympiasiegerinnen 2012 und Dritte in Rio 2016, besiegten im Finale in starken 32,441 Sekunden die amtierenden Weltmeisterinnen Daria Shmeleva und Anastasia Voinova aus Russland (32,521). „Der Sieg war nicht zu erwarten, aber vor allem Welte macht seit Beginn der Saison einen sehr stabilen und konzentrierten Eindruck. Schon in der Vorbereitung konnte sie ein gutes Ausgangsniveau aufweisen. Und sicherlich ist der wachsende interne Konkurrenzkampf eine zusätzlich Motivation - sehr erfreulich, dass sie diese Auseinandersetzung annimmt“, lobte Bundestrainer Detlef Uibel. Auch Kristina Vogel, die siebenfache Weltmeisterin und Sprint-Olympiasiegerin von Rio, präsentierte sich bei ihrem ersten echten Wettkampf seit den Spielen in Brasilien schon wieder in toller Form: „Kristina ist schon seit Jahren sehr stark und  zu diesem Zeitpunkt auch schon wieder sehr stabil“, lobte Uibel weiter. Vogel sagte: „Ich hatte nicht erwartet, dass unsere Form schon so gut ist. Aber es ist schön, wieder zurück zu sein und gleich mit diesem guten Ergebnis zu feiern.“

Die Männer siegten im Finale in der Besetzung Förstemann, Engler und Dörnbach in 43,598 Sek gegen Europameister Polen (45,058). „Das war so nicht zu erwarten, weil es doch einige Ausfälle im Vorfeld gab“, sagte Uibel. Für den Rest der Saison fehlen die ehemaligen Weltmeister Joachim Eilers (Chemnitz), Maximilian Levy (Cottbus) und Stefan Bötticher (Chemnitz). Uibel bescheinigte allen Fahrern gute Leistungen und Teilzeiten und sammelte durch diverse Wechsel weitere Aufschlüsse in Richtung WM Mitte April in Hongkong.

 „Einen Weltcup in Cali zu gewinnen, ist immer etwas Besonderen. Die Atmosphäre und das Publikum sind einfach super. Natürlich freut mich auch, dass wir gezeigt haben, dass wir vorn mitfahren können – in verschiedenen Besetzungen“, sagte Eric Engler. Maximilian Dörnbach gab sich trotz seines ersten Weltcup-Sieges selbstkritisch: „Natürlich bin ich auch happy, es war aber auch echt hart für mich, weil ich mit meiner Leistung noch nicht da bin, wo ich hin will. Meine Rundenzeiten waren zufriedenstellend, aber sind noch deutlich auszubauen.“

Fotos: Facebook D. Uibel

Engler will den nächsten Schritt machen

Chemnitz/Cali, 17.02.2017

Bei der EM in Paris holte Eric Engler Silber im 1000-Meter-Zeitfahren und Bronze im Teamsprint, die WM-Norm in der „Königsdisziplin“ Sprint hat er diesen Winter bereits mehrfach erfüllt. Bei den Weltcups in Cali und Los Angeles will der Cottbuser jetzt den nächsten Schritt vom Zeitfahr-Spezialisten hin zum Sprinter machen.

Cottbus/Cali. Die WM 2016 in London verpasst, chancenlos im Kampf um die Tickets für die Olympischen Spiele – trotzdem blickt Eric Engler ohne Groll auf das vergangene Jahr zurück. „Ich habe ein Jahr lang mein Ding machen können. Meine Zeiten im Sprint und Teamsprint haben einige aufhorchen lassen – auch den Bundestrainer“, sagt Engler mit neuem Selbstbewusstsein, der in Cottbus bei Eyk Pokorny trainiert.

Schon bei den Bahn-Europameisterschaften im Oktober in Saint-Quentin-en-Yvelines meldete sich Engler als Zweiter (1000 m), Dritter (Teamsprint) und Vierter (Sprint) erfolgreich in der Nationalmannschaft zurück und glänzte durch neue Vielseitigkeit, nachdem der Sprinter aus dem Track-Team Brandenburg zuvor über Jahre als Spezialist für den Kilometer (Deutscher Meister 2012, 2015) galt. Vor allem im Sprint zeigte Engler Top-Form. In der EM-Qualifikation steigerte er seine persönliche 200-Meter-Bestzeit auf 9,864 Sekunden. Beim Weltcup in Glasgow bestätigte er als Siebter und im Zeitfahren (9,947) seine Fortschritte.

Bei den Weltcups in Cali (Freitag bis Sonntag) und Los Angeles (25./26. Februar) geht es für den 25-Jährigen jetzt darum, seine Form zu bestätigen und sich für die WM in Hongkong (12. bis 16. April) weiter ins Gespräch zu bringen – möglichst für mehr als die 1000 Meter. „Der Kilometer hat mich international reingebracht. Ich habe aber im letzten Jahr versucht, mich weiter zu entwickeln in Richtung Sprint - das ist mir ganz gut gelungen. Ich hatte schon eine einige Einsätze in diesem Winter und will im Sprint noch ein bisschen Praxis sammeln“, sagt Engler. Nach der WM geht es für den Sportsoldaten zu einem achtwöchigen Feldwebel-Lehrgang. 2016 durfte er die Fortbildung auslassen und sich ganz auf den Sport konzentrieren. „Das  hat mich echt nach vorne gebracht“, so Engler, der auf eine Bestätigung in Übersee hofft.

Foto: Arne Mill

Doppel-Weltmeister Eilers an Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt

ChemnitzDoppel-Weltmeister Eilers an Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt. Foto: Arne Mill, 15.02.2017

Chemnitz. Doppel-Weltmeister Joachim Eilers aus Chemnitz muss um seine Titelverteidigung bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Hongkong (12. bis 16. April) bangen. Der 26-Jährige ist am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt und hat zunächst die beiden Weltcup-Starts in Cali (17. bis 19. Februar) und Los Angeles (25./26. Februar) absagen müssen. „Derzeit sieht es so, als ob die Entzündungswerte abklingen. Diese Woche gibt es noch weitere Untersuchungen, die müssen wir abwarten“, erklärte Bundestrainer Detlef Uibel in Cali.

Eilers hatte bei der WM 2016 in London Gold im Keirin und im 1000-Meter-Zeitfahren gewonnen. Bei den Olympischen Spielen in Rio belegte der Bundespolizist Platz vier im Kampfsprint.

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Bundestrainer warnt: „Leistungsstand sehr unterschiedlich“

Cali, 15.02.2017

Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel warnt vor überzogenen Erwartungen. Foto: Arne Mill

Cali. Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel hat vor dem ersten Weltcup des Jahres von Freitag bis Sonntag in Cali (17. bis 19. Februar) vor überzogenen Erwartungen an seine Mannschaft gewarnt. „Wir sind lange noch nicht da, wo wir sein wollten“, sagte Uibel. „Die Olympia-Starter hatten nach den Spielen lange ihre Freiheiten, dazu kamen jetzt vereinzelt noch Prüfungen: Der Leistungsstand ist sehr unterschiedlich.“

Uibel setzt bei den Weltcups in Übersee auch wieder auf seine Olympia-Starter. Bei den Frauen sind mit Kristina Vogel (Erfurt), Miriam Welte (Kaiserslautern/nur Cali) und Emma Hinze (Cottbus) alle Rio-Fahrerinnen dabei. Bei den Männern kehren mit Joachim Eilers und Max Niederlag (beide Chemnitz) ebenfalls zwei Rio-Fahrer auf die internationale Bühne zurück und werden dabei unterstützt von Robert Förstemann (Berlin), Eric Engler (Cottbus) Erik Balzer (Cottbus) und Maximilian Dörnbach (Erfurt).

Im Keirin müssen die Sprinter noch einen Startplatz für die WM Mitte April in Hongkong (12. bis 16. April) absichern. Und im Teamsprint fordert Balzer Förstemann als Anfahrer für den Teamsprint heraus. „Robert hat eine gute Zeit stehen, jetzt muss Balzer anbieten“, so Uibel. Nicht mit dabei sind in Cali und beim zweiten Weltcup in Los Angeles (25./26. Februar) der verletzte Maximilian Levy (Cottbus) und 500-Meter-Vize-Europameisterin Pauline Grabosch (Erfurt), die sich langfristig auf die WM vorbereitet.

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Olympiasiegerin Vogel macht sich keinen Druck

Cali, 15.02.2017

Olympiasiegerin Vogel macht sich keinen Druck. Foto: Arne Mill

Cali. Nach langer Wettkampf-Pause kehrt Sprint-Olympiasiegerin Kristina Vogel aus Erfurt beim Bahn-Weltcup in dieser Woche in Cali (17. bis 19. Februar) auf die internationale Bühne zurück. „Ich war jetzt ziemlich lange Weg vom Business, mache mir deshalb noch keinen Druck und lasse es entspannt angehen, zumal Cali eine meiner Lieblingsbahnen auf der Welt ist“, sagte Vogel nach ihrer Ankunft. Die siebenmalige Weltmeisterin wird wie gewohnt in Sprint, Keirin und zusammen mit Miriam Welte aus Kaiserslautern im Teamsprint antreten.

„Im Training lief es teilweise schon ziemlich gut“, sagte Vogel über die Vorbereitung in Frankfurt (Oder). Von Cali geht es für die 26-Jährige gleich zum nächsten Weltcup in Los Angeles (25./26. Februar) weiter. Abschluss und Höhepunkt der Saison sind die Weltmeisterschaften in Hongkong  (12. bis 16. April), ehe im Herbst auf der Heimbahn im Berliner Velodrom die Europameisterschaften anstehen.

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Der Cottbuser Stefan Schäfer hat als Europameister schon das Ticket für die EM 2017 in Berlin sicher

Berlin / Cottbus, 07.02.2017

„Wir gehören dazu“

Der Start war perfekt: Zum Auftakt der Saison hat Stefan Schäfer beim 106. Berliner Sechstagerennen zusammen mit Schrittmacher Peter Bäuerlein den Steher-Wettbewerb gewonnen. Bei der Europameisterschaft an gleicher Stelle (19. bis 22. Oktober) will der Cottbuser wieder ganz oben auf dem Treppchen stehen. Und als Europameister 2016 und Titelverteidiger hat der 31-Jährige als einziger Deutscher sein Ticket für das Velodrom bereits sicher.

Berlin/Cottbus. 2017 hält so einiges bereit für Stefan Schäfer: Abschluss seiner Ausbildung bei der Landespolizei in Brandenburg, erstmals seit Jahren ohne festes Team (früher LKT Brandenburg, NSP Ghost, Maloja Pushbikers), Umzug mit Freundin Jana und Tochter Awa Sophie (2 Jahre) in ein in Cottbus gekauftes Haus – und sportlich natürlich die Europameisterschaft vor der Haustür in Berlin. „Das wird ein sehr schwieriges und spannendes Jahr – aber ich freu mich“, sagt Schäfer.

Seit seinem Umstieg in den Steher-Sport dominiert der ehemalige Bahn-Nationalfahrer fast nach Belieben die Szene. 2014, 2015 und 2016 sicherte er sich die deutsche Meisterschaft, gewann 2014 bereits EM-Silber. Nachdem es für die EM 2015 keinen Ausrichter gab, triumphierte Schäfer im vergangenen Oktober bei der Elite-EM in Saint-Quentin-en-Yvelines. Vor den Augen seiner Tochter holte er erstmals seit 2008 – damals siegte der Leipziger Timo Scholz – den Titel wieder nach Deutschland. Im Finale siegte er nach 60 Minuten vor seinem rundengleichen Nationalmannschaftskollegen Franz Schiewer (Cottbus) mit Schrittmacher Gerhard Gessler. Platz drei und damit die Bronzemedaille ging an den Schweizer Giuseppe Atzeni. Der dreifache Europameister hatte acht Runden (!) Rückstand.

Im Finale 2016 konnte sich Schäfer der Unterstützung von Schiewer und dem Gespann Thomas Steger (Nürnberg)/Thomas Ruder sicher sein. Das könnte auch für das Finale im Velodrom (21. Oktober) das große Plus sein: „Deutschland hat durch mich als Titelverteidiger vier Startplätze. Das ist natürlich eine sehr, sehr gute Ausgangsposition, weil wir im Finale mit acht Gespannen im besten Fall mit vier Paaren vertreten sein könnten“, sagt Schäfer, der hofft, wieder als deutscher „Leader“ ins Rennen gehen zu können: „Berlin ist aufgrund seiner 250-Meter-Bahn und der Übersetzungs-Beschränkung schon ein bisschen schwieriger für mich, aber ich habe bewiesen, dass ich mit diesen Bahnen klar komme“, sagt Schäfer, der natürlich wieder alle Traditionsrennen in Nürnberg, Erfurt und Forst fahren will – und seinen vierten Meister-Titel in Serie anpeilt. „Das hat noch keiner geschafft“, weiß der Cottbuser.

Nachdem ihn bei der EM schon ein Reisetross aus Cottbus und Forst zahlreich und lautstark unterstützte, rechnet er wieder mit großer Unterstützung an der Bande. „Klar, ein Rennen in Berlin ist etwas besonderes, für mich aufgrund der Nähe nach Zuhause. Zudem kennen und lieben die Berliner die Steher-Rennen. Das wird eine viel bessere Atmosphäre als in Paris, wo es nicht so gut besucht war“, so Schäfer, der mit der Integration in die Elite-EM auch eine deutliche Aufwertung für seinen Sport sieht: „Wir sind nicht nur Hobbysportler, wir sind auch Leistungssportler und gehören dazu.“ Und das möchte Schäfer bei der EM erneut beweisen – am liebsten natürlich wie bei den Sixdays als Sieger.

Foto: Arne Mill

Bahnvierer verzichtet auf die letzten beiden Weltcups

Frankfurt (Oder), 06.02.2017

Frankfurt (Oder). Der deutsche Bahn-Vierer wird bei den beiden ausstehenden Weltcups im Februar in Cali (Kolumbien) und Los Angeles nicht an den Start gehen. „Wir lassen beide Veranstaltungen aus, in Richtung WM kann für uns nichts mehr anbrennen. Wir ersparen uns damit Reisestress und vor allem hohe Kosten“, sagte Bundestrainer Sven Meyer.

Im Ranking des Weltverbandes UCI liegt der deutsche Bahnvierer nach Platz fünf bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zurzeit auf Platz sieben. „Das sollte sicher für die Qualifikation für die WM reichen, wir haben hin- und hergerechnet“, sagte Meyer weiter. Auch in allen anderen Ausdauer-Disziplinen steuert der Bund Deutscher Radfahrer (BDD) sicheren Startplätzen für die Weltmeisterschaft in Hongkong (12. bis 16. April) entgegen.

Nachdem bei beiden Weltcups im Herbst in Glasgow und Apeldoorn nur Jasper Frahm (Buxtehude) in den Blickpunkt fuhr, will Meyer bei den Titelkämpfen auf die bewährten Olympia-Kräfte Theo Reinhardt (Berlin), Kersten Thiele (Erfurt), Domenic Weinstein (Villingen-Schwenningen), Henning Bommel (Berlin) und Nils Schomber (Grevenbroich) setzen. Zunächst sind weitere Trainingslager in Südafrika und auf Mallorca vorgesehen.

Foto: Arne Mill

Weltmeister Levy muss erneut unter das Messer

Cottbus, 01.02.2017

Cottbus. Schlechte Nachrichten für den  vierfachen Weltmeister Maximilian Levy: Der Cottbuser muss erneut unter das Messer und am Schlüsselbein operiert werden. „Leider keine guten News: Aufgrund einer Materialunverträglichkeit muss das eingesetzte Material entfernt und ersetzt werden“, teilte der 29-Jährige am Mittwoch mit.

Levy war am 7. Januar während des Trainings in Frankfurt (Oder) gestürzt und hatte sich zum zweiten Mal nach 2010 einen Schlüsselbeinbruch in der linken Schulter zugezogen. Der Olympia-Zweite von London im Keirin wurde nach am gleichen Tag operiert, die gebrochene Stelle mit einer Platte und acht Schrauben fixiert. Nur zehn Tage später konnte der Cottbuser am Sechstagerennen in Berlin teilnehmen und gewann den Sprinter-Wettbewerb dort vor Robert Förstemann.

Was die erneute Operation für den Rest der Saison bedeutet, ist offen. Im Februar hatte Levy eigentlich Starts bei den beiden Weltcups in Cali (Kolumbien) und Los Angeles (USA) mit dem Chemnitzer Team Erdgas 2012 geplant. „ Im Vordergrund steht natürlich nur eine vollständige Genesung, alles andere wie die Terminierung einer Rückkehr aufs Rad ist Spekulation und braucht sicher etwas Zeit“, erklärte Levy.

Foto: Arne Mill

UEC hofft auf 3000 Besucher am Abend

Berlin, 01.02.2017

Berlin. Enrico Della Casa (49), seit 2013 Generalsekretär des europäischen Radsportverbandes UEC, hat große Erwartungen an die Bahn-EM (19. bis 22. Oktober) in Berlin. „Das Velodrom hat olympischen Standard und war schon Schauplatz der WM 1999. Zudem ist der BDR als zuverlässiger und starker Partner bekannt und es gibt eine große Tradition für den Bahnradsport in Deutschland“, sagte Della Casa bei einem Besuch auf der Rennbahn an der Landsberger Allee.

„Für uns als UEC wird es immer wichtiger, in die großen Nationen und Städte zu gehen. 2016 waren wir mit der EM in Paris, dieses Jahr in Berlin, 2018 ist Glasgow Gastgeber. Nur so können wir den Bahnradsport voranbringen.“ Helfen soll dabei auch wie 2016 in Frankreich eine Live-Übertragung im TV. „Trotzdem hoffen wir natürlich auch auf viele Zuschauer. 3000 Besucher am Abend wäre ein großer Erfolg für alle“, sagte Della Casa. Der Vorverkauf für die vier Veranstaltungstage hat bereits begonnen.

Karten und Infos:
http://www.ticketmaster.de/artist/bahn-europameisterschaft-2017-tickets/979986

Sprinter beginnen Weltcup-Vorbereitung

Berlin, 31.01.2017

Frankfurt (Oder). Bundestrainer Detlef Uibel beginnt am heutigen Dienstag in Frankfurt (Oder) die Vorbereitung auf die beiden noch ausstehenden Weltcups des Winters in Cali (17. bis 19. Februar) und  Los Angeles (25./26. Februar).

Für die Nationalmannschaft starten dort Kristina Vogel, Miriam Welte (nur Cali), Emma Hinze, Robert Förstemann, Eric Engler, Max Niederlag und Joachim Eilers. Über das Chemnitzer Team Erdgas.2012 reisen Erik Balzer, Maximilian Levy und Maximilian Dörnbach nach Amerika.

Beim Lehrgang sind auch Pauline Grabosch und Marc Jurczyk dabei, die bereits bei den Weltcups im Herbst am Start waren und dort auf sich aufmerksam machten. Grabosch siegte über 500 Meter in Apeldoorn, Jurczyk wurde Fünfter im Keirin in Glasgow. Bei den Weltcups in Übersee müssen zunächst mal die Startplätze für die WM in Hongkong abgesichert werden, Mitte März wird dann Bundestrainer Uibel seiner Nominierungsvorschlag vorlegen.